{"id":1556,"date":"2019-06-05T12:27:29","date_gmt":"2019-06-05T10:27:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hsu-hh.de\/methoden\/?page_id=1556"},"modified":"2019-06-05T12:27:29","modified_gmt":"2019-06-05T10:27:29","slug":"netzwerk-mmmr-4-arbeitstreffen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.hsu-hh.de\/methoden\/netzwerk-mmmr-4-arbeitstreffen","title":{"rendered":"Netzwerk MMMR &#8211; 4. Arbeitstreffen"},"content":{"rendered":"<h3><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-719 size-medium alignright\" src=\"https:\/\/www.hsu-hh.de\/methoden\/wp-content\/uploads\/sites\/735\/2018\/02\/DFG-Logi-300x63.jpg\" alt=\"DFG Logo\" width=\"300\" height=\"63\" data-credit=\"\" \/><\/h3>\n<h3>Interdisziplin\u00e4res Netzwerk zu Methodologie und<br \/>\nAnwendungsfeldernmethodenintegrativer Forschung<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hsu-hh.de\/methoden\/team\/knappertsbusch\/mixed-methods-network\">Zur\u00fcck zur Startseite<\/a><\/p>\n<p>Videos ausgew\u00e4hlter Beitr\u00e4ge werden in k\u00fcrze <a href=\"https:\/\/www.hsu-hh.de\/methoden\/netzwerk-mmmr-publikationen-und-medien\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a> verf\u00fcgbar sein.<\/p>\n<p>Vom 23. bis 25. Mai 2019 fand an der Georg-August-Universit\u00e4t G\u00f6ttingen das vierte Arbeitstreffen des Netzwerks <abbr title=\"Mixed Methods und Multimethod Research\">MMMR<\/abbr> zum Thema \u201eMethoden der integrativen Datenanalyse\u201c statt, das in Kooperation mit dem <a href=\"http:\/\/www.sofi-goettingen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>Soziologischen Forschungsinstitut G\u00f6ttingen<\/em><\/a> (SOFI) sowie der <a href=\"http:\/\/www.uni-goettingen.de\/de\/29938.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>G\u00f6ttinger Graduiertenschule Gesellschaftswissenschaften<\/em><\/a> (GGG) veranstaltet wurde. Als internationale Expertinnen nahmen <a href=\"https:\/\/essl.leeds.ac.uk\/sociology\/staff\/32\/professor-sarah-irwin\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Sarah Irwin<\/a> (Universit\u00e4t Leeds) sowie <a href=\"http:\/\/researchsupport.com.au\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Pat Bazeley<\/a> (Western Sydney University) an der Veranstaltung teil. Zudem wurde erstmalig am Vortag des Netzwerktreffens eine Pre-Conference ausgerichtet, auf der Wissenschaftler*innen der Universit\u00e4ten Freiburg, Kassel, G\u00f6ttingen und Gie\u00dfen ihre methodenintegrativen Projekte aus dem Feld der Bildungs-, Organisations- und Biographieforschung vorstellten.\u00a0 Hierbei wurden sowohl Kombinationen verschiedener qualitativer Verfahren (Sylvia Nienhaus, Maria Pohn-Lauggas, Lisa Gromala, Ina Alber-Armenat) als auch Mixed-Methods-Designs mit qualitativen und quantitativen Elementen (Nicolai G\u00f6tze &amp; Christian Schneijderberg, Lena Wegener &amp; Veronika Philipps) diskutiert. Erg\u00e4nzt wurde das Rahmenprogramm weiterhin durch ein Beratungsangebot f\u00fcr Doktorand*innen, in dem f\u00fcnf Teilnehmer*innen die Gelegenheit nutzten, ihre <abbr title=\"Mixed Methods und Multimethod Research\">MMMR<\/abbr>-Projekte mit Expert*innen aus dem Netzwerk zu diskutieren.<\/p>\n<p>Am 24.5. er\u00f6ffnete die Keynote-Pr\u00e4sentation von <a href=\"http:\/\/researchsupport.com.au\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Pat Bazeley<\/a> (Western Sydney University) den zweiten Konferenztag. Bazeley stellte ein Rahmenkonzept f\u00fcr die methodenintegrative Datenanalyse vor, das um die Leitidee einer \u201epurposeful interdependence\u201c unterschiedlicher Methoden kreist. Demnach erm\u00f6glicht <abbr title=\"Mixed Methods und Multimethod Research\">MMMR<\/abbr> idealerweise eine Form der Methodenintegration, die \u00fcber eine blo\u00dfe Parallelit\u00e4t oder Konvergenz verschiedener Datenarten <abbr title=\"beziehungsweise\">bzw.<\/abbr> Ergebnisse hinausweist, und in der die Funktionsweise der Analyseverfahren substanziell von den jeweils anderen abh\u00e4ngen. F\u00fcr die technische Umsetzung dieser Zielsetzung wurden neben den M\u00f6glichkeiten von \u201eJoint-Displays\u201c v.a. die Potentiale eines fortlaufenden, iterativen Wechsels zwischen quantitativen und qualitativen Perspektiven diskutiert. So beinhalten die meisten komplexen methodenintegrativen Analyseverfahren eine Abfolge sich erg\u00e4nzender Analyseschritte, bspw. eine Quantifizierung und statistische Analyse nicht-standardisierten Interviewmaterials, deren Ergebnisse anschlie\u00dfend durch die R\u00fcckkehr zur interpretativen Auswertung Materials spezifiziert werden. Dabei sind Abfolge und \u201aNarrativ\u2018 einer solchen iterativen Analysestrategie besonders zu ber\u00fccksichtigen, was wesentliche Implikationen auch f\u00fcr den Schreibprozess mit sich bringt: Bazeley votierte f\u00fcr eine Strukturierung von Ergebnisberichten prim\u00e4r nach inhaltlichen Aspekten der Forschungsfrage, was deutliche Vorteile gegen\u00fcber der \u00fcblichen Gliederung nach methodisch-technischen Teilschritten bringe, da dies gewisserma\u00dfen zu einer inhaltlichen Synthese der methodischen Teilstr\u00e4nge zwinge.<\/p>\n<p>Anhand anschaulicher Praxisbeispiele n\u00e4herte sich <a href=\"https:\/\/essl.leeds.ac.uk\/sociology\/staff\/32\/professor-sarah-irwin\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Sarah Irwins<\/a> (University of Leeds) Keynote der integrativen Datenanalyse als einer Methode zur L\u00f6sung von \u201aR\u00e4tseln\u2018 empirischer Datenanalyse, die neben der Entwicklung neuer L\u00f6sungsperspektiven zugleich immer auch an der Minimierung von Validit\u00e4tsbedrohungen arbeitet. Denn qualitativ-quantitative Methodenkombinationen erm\u00f6glichen h\u00e4ufig \u00fcberhaupt erst das Aufdecken von Divergenzen und Widerspr\u00fcchen im Material, zu deren Erkl\u00e4rung <abbr title=\"beziehungsweise\">bzw.<\/abbr> Aufhebung sie dann im Folgenden beitragen k\u00f6nnen. Eine besonders wichtige Rolle spielt dies f\u00fcr die Reflexion von oftmals subtilen und nicht-antizipierten Differenzen zwischen Wissenschafts- und Alltagssprache, wie Irwin anhand eines Beispiels aus dem Feld der Sozialstrukturanalyse veranschaulichte: W\u00e4hrend standardisierte Befragungsinstrumente, die mit dem Begriff der sozialen \u201eKlasse\u201c arbeiten, einen R\u00fcckgang der Bedeutsamkeit sozio\u00f6konomischer Klassifizierungen in der Selbstbeschreibung von Befragten nahelegen, zeigen qualitative Befragungsdaten, dass klassenspezifische Zuordnungen durchaus eine erhebliche Rolle f\u00fcr deren Selbstbild spielen, jedoch mithilfe von alltagssprachlichen Klassifikationsschemata abseits des \u00a0Klassenbegriffs ausgedr\u00fcckt wurden. In solchen F\u00e4llen kann <abbr title=\"Mixed Methods und Multimethod Research\">MMMR<\/abbr> zu einem entscheidenden Mittel der systematischen Reflexion einer \u201aTheoriegeladenheit\u2018 empirischer Methoden werden und bei der Aufdeckung und Kontrolle nicht-antizipierter Bedeutungsverschiebungen dienen. Dies betrifft insbesondere die Gefahr, Forschungsgegenst\u00e4nde durch nicht reflektierte konzeptuelle Setzungen in der Datenerhebungs- und Analyseinstrumenten zu \u00fcberformen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/bildungswissenschaft.univie.ac.at\/empirische-paedagogik\/personal\/vogl-susanne\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Susanne Vogl<\/a> (Universit\u00e4t Wien) widmete sich in Ihrem Keynote-Vortrag der zentralen Herausforderung integrativer Datenanalyse: Wie kann die Kombination unterschiedlicher Daten- und Analyseformen einen \u201aMehrwert\u2018 an Erkenntnis produzieren, der \u00fcber ein blo\u00dfes Aufsummieren der Teilergebnisse hinausreicht? Als Hauptziele unterschied Vogl dabei das Erschlie\u00dfen von Mehrdimensionalit\u00e4t und Komplexit\u00e4t im Datenmaterial, sowie die \u201aKonsolidierung\u2018 der dabei entdeckten Muster und Strukturen mithilfe von neu synthetisierten Analysekategorien.\u00a0 Diese Potentiale einer integrativen Analysestrategie, so betonte Vogl, sind dabei keineswegs auf die Kombination mehrerer Datenquellen beschr\u00e4nkt. Vielmehr k\u00f6nnen methodenintegrative Analyseperspektiven dabei helfen, die Multidimensionalit\u00e4t der Informationen innerhalb einer Datenquelle herauszuarbeiten und f\u00fcr die Analyse nutzbar zu machen. Als Beispiel pr\u00e4sentierte Vogl eine auf Transkripten aus Gruppendiskussionen basierende Studie zur Erforschung der kognitiven und kommunikativen F\u00e4higkeiten von Schulkindern. Eine Kombination quantitativer (Messung von Worth\u00e4ufigkeiten, Redeanteilen, <abbr title=\"et cetera\">etc.<\/abbr>) sowie qualitativer (inhaltliches Codieren von Diskussionsbeitr\u00e4gen) Analyseverfahren verhalf hierbei zu einer integrierten Analyse von altersspezifischen Unterschieden, wobei aufgrund der Datenstruktur insbesondere das Zusammenspiel von Individual- und Gruppenebene ber\u00fccksichtigt werden konnte. Auf der Basis von einer solchen \u201eMixed Analysis\u201c, so argumentierte Vogl, wird somit auch ein differenzierterer Umgang mit der h\u00e4ufig reduktionistisch gebrauchten Unterscheidung qualitativer und quantitativer Daten m\u00f6glich.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.deval.org\/de\/johannes-schmitt.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Johannes Schmitt<\/a>, Evaluator am <em>Deutschen Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit<\/em> (DEval), pr\u00e4sentierte am dritten Konferenztag methodologisch-konzeptuelle Arbeiten aus dem Feld der methodenintegrativen Evaluationsforschung. Hierbei stand insbesondere der Begriff des \u201akausalen Mechanismus\u2018 und dessen Relevanz f\u00fcr Design und Analyse theoriebasierter Impact-Evaluationen im Vordergrund. Die G\u00fcte kausaler Erkl\u00e4rungen h\u00e4ngt demnach von der Erg\u00e4nzung einer rein input- und outcome-orientierten Perspektive um detaillierte Analysen der verbindenden Prozesse zwischen beiden Teilen einer jeweils untersuchten Intervention ab. Dies gilt insbesondere dann, wenn die M\u00f6glichkeiten experimenteller Designs eingeschr\u00e4nkt sind, wie es im Feld der internationalen Entwicklungszusammenarbeit h\u00e4ufig der Fall ist. An dieser Stelle werden Kombinationen qualitativer Detailanalysen und quantitativer Zug\u00e4nge besonders relevant, die im englischsprachigen, vorwiegend politikwissenschaftlichen Diskurs um \u201eMultimethod Research\u201c extensiv behandelt werden. Da trotz inhaltlicher \u00dcberschneidungen das Konzept des kausalen Mechanismus in der st\u00e4rker bildungs- und gesundheitswissenschaftlich orientierten Mixed-Methods-Literatur bislang wenig Resonanz findet, ergaben sich hier auch Gelegenheiten zur Diskussion und Verkn\u00fcpfung unterschiedlicher Varianten und Str\u00f6mungen des methodologischen Diskurses um Methodenintegration. Am Beispiel eines am DEval aktuell in Planung befindlichen Forschungsdesigns wurden die St\u00e4rken und Schw\u00e4chen unterschiedlicher qualitativer und quantitativer Verfahren bei der Evaluation von entwicklungspolitischen Programmen er\u00f6rtert.<\/p>\n<p>Neben den beschriebenen Keynote-Vortr\u00e4gen und Pr\u00e4sentationen wurde das Netzwerktreffen zudem intensiv genutzt, um aktuelle Publikations- sowie Vernetzungsprojekte zu diskutieren. Hierbei stand <abbr title=\"unter anderem\">u.a.<\/abbr> die in Planung befindliche Gr\u00fcndung eines Arbeitskreises zum Thema Mixed Methods und multimethodische Forschung in der <em>Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Soziologie<\/em> im Fokus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interdisziplin\u00e4res Netzwerk zu Methodologie und Anwendungsfeldernmethodenintegrativer Forschung Zur\u00fcck zur Startseite Videos ausgew\u00e4hlter Beitr\u00e4ge werden in k\u00fcrze hier verf\u00fcgbar sein. Vom 23. bis 25. 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