{"id":1488,"date":"2019-02-04T19:08:22","date_gmt":"2019-02-04T18:08:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hsu-hh.de\/methoden\/?page_id=1488"},"modified":"2020-03-05T15:55:13","modified_gmt":"2020-03-05T14:55:13","slug":"mixed-methods-network-netzwerk-mmmr-3-arbeitstreffen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.hsu-hh.de\/methoden\/mixed-methods-network-netzwerk-mmmr-3-arbeitstreffen","title":{"rendered":"Netzwerk MMMR &#8211; 3. Arbeitstreffen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-544 size-medium alignright\" src=\"https:\/\/www.hsu-hh.de\/methoden\/wp-content\/uploads\/sites\/735\/2018\/01\/DFG-Logi-300x63.jpg\" alt=\"DFG Logo\" width=\"300\" height=\"63\" data-credit=\"DFG\" srcset=\"https:\/\/www.hsu-hh.de\/methoden\/wp-content\/uploads\/sites\/735\/2018\/01\/DFG-Logi-300x63.jpg 300w, https:\/\/www.hsu-hh.de\/methoden\/wp-content\/uploads\/sites\/735\/2018\/01\/DFG-Logi-768x161.jpg 768w, https:\/\/www.hsu-hh.de\/methoden\/wp-content\/uploads\/sites\/735\/2018\/01\/DFG-Logi-1024x215.jpg 1024w, https:\/\/www.hsu-hh.de\/methoden\/wp-content\/uploads\/sites\/735\/2018\/01\/DFG-Logi.jpg 1057w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<h3>Interdisziplin\u00e4res Netzwerk zu Methodologie und<br \/>\nAnwendungsfeldernmethodenintegrativer Forschung<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hsu-hh.de\/methoden\/team\/knappertsbusch\/mixed-methods-network\">Zur\u00fcck zur Startseite<\/a><\/p>\n<p>Videos ausgew\u00e4hlter Beitr\u00e4ge sind <a href=\"https:\/\/www.hsu-hh.de\/methoden\/netzwerk-mmmr-publikationen-und-medien\">hier<\/a> verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p>Vom 17. bis 19. Januar 2019 fand an der Technischen Universit\u00e4t Berlin das dritte Arbeitstreffen des Netzwerks <abbr title=\"Mixed Methods und Multimethod Research\">MMMR<\/abbr> zum Thema \u201e<abbr title=\"Mixed Methods und Multimethod Research\">MMMR<\/abbr> Sampling, Datenerhebung und Datenkombination\u201c statt. An der in Kooperation mit dem Sonderforschungsbereich <a href=\"https:\/\/sfb1265.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Re-Figuration von R\u00e4umen (SFB 1265)<\/a> sowie dem <a href=\"https:\/\/www.innovation.tu-berlin.de\/v_menue\/graduiertenkolleg\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Graduiertenkolleg Innovationsgesellschaft heute (GRK 1672)<\/a> organisierten Tagung nahmen neben den st\u00e4ndigen Netzwerkmitgliedern auch G\u00e4ste der <abbr title=\"Technische Universit\u00e4t\">TU<\/abbr>-Berlin teil. Eine besondere Bereicherung des Konferenzprogramms stellten die Beitr\u00e4ge der \u00a0internationalen Gastwissenschaftler <a href=\"https:\/\/sociology.unc.edu\/people-page\/lisa-pearce\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Lisa D. Pearce (University of North Carolina)<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.surrey.ac.uk\/people\/nigel-fielding\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Nigel Fielding (University of Surrey)<\/a> dar, deren Keynote-Vortr\u00e4ge von einer interessierten Hochschul\u00f6ffentlichkeit wahrgenommen wurden, darunter zahlreiche Studierende und Doktorand_innen.<\/p>\n<p>Nigel Fielding gab in seiner Keynote zun\u00e4chst einen umfassenden \u00dcberblick \u00fcber etablierte Sampling-Strategien methodenintegrativer Forschung. Hierbei fokussierte er insbesondere auf die Erkl\u00e4rung oder Vertiefung von Ergebnissen mittels der Analyse von Extremf\u00e4llen und \u201eCritical Cases\u201c. Im weiteren Verlauf der Pr\u00e4sentation ging Fielding auf neuere Entwicklungen bzgl. Datenarten und Erhebungsverfahren in methodenintegrativer Forschung ein, insbesondere auf die Potentiale einer systematischen Nutzung von GIS (Geographical Information Systems) und r\u00e4umlichen Daten in Kombination mit computergest\u00fctzter qualitativer Datenanalyse. Fielding schloss mit einem Ausblick auf aktuelle Trends in der Datenerhebung, wie etwa die von Giampietro Gobo vorgeschlagenen \u201eMerged Methods\u201c, aber auch bereits etablierte Verfahren wie bspw. die Delphi-Methode oder Formen von \u201eCitizen Science\u201c, <abbr title=\"das hei\u00dft\">d.h.<\/abbr> die systematische Kollaboration zwischen akademischen und au\u00dferakademischen Forscher_innen.<\/p>\n<p>Lisa D. Pearce stellte zu Beginn ihrer Keynote das Konzept der \u201cPositions of Inquiry\u201d vor, das auf eine genauere Beschreibung und (Selbst-)Reflexion der methodologischen Verortung methodenintegrativer Forscher_innen zielt. Mit dieser Konzeption reagiert Pearce auf Probleme des popul\u00e4ren Modells eines Kontinuums zwischen \u201erein qualitativen\u201c und \u201erein quantitativen\u201c Studien, auf dem MMR-Designs hinsichtlich ihrer methodischen Komposition eingeordnet werden. Besser als durch eine Mischung aus \u201erein\u201c qualitativen und \u201erein\u201c quantitativen Ans\u00e4tzen, so argumentierte Pearce, lasse sich die Anlage methodenintegrativer Forschung als eine komplexe Komposition verschiedener methodologischer Positionierungen begreifen, die quer zur qualitativ\/quantitativ-Unterscheidung l\u00e4gen. In Bezug auf MMR-Samplingstrategien hob Pearce die gezielte Suche nach abweichenden F\u00e4llen als besonders produktive Option hervor: Nach Entwicklung eines ersten Modells zur Beschreibung oder Erkl\u00e4rung von Daten, seien gerade solche F\u00e4lle f\u00fcr weitere Analysen produktiv, die den Modellannahmen am schlechtesten entsprechen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.mes.tu-berlin.de\/v-menue\/mitarbeiter\/prof_dr_nina_baur\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Nina Baur (<abbr title=\"Technische Universit\u00e4t\">TU<\/abbr>-Berlin)<\/a> r\u00fcckte in ihrem Vortrag die Operation des \u201eCasing\u201c, <abbr title=\"das hei\u00dft\">d.h.<\/abbr> die genaue, theoriegeleitete Definition von Untersuchungseinheiten, als ersten und grundlegendsten Schritt jeder Sampling-Strategie in den Fokus. Das Bem\u00fchen um eine solche exakte Bestimmung von F\u00e4llen ex ante legt Baur zufolge eine Revision etablierter Rang- und Reihenfolgen qualitativer und quantitativer Fallauswahlstrategien in MMR-Designs nahe. So m\u00fcsse die in methodenintegrativer Forschung h\u00e4ufig anzutreffende Priorisierung quantitativer Auswahlstrategien \u00fcberdacht werden, um die St\u00e4rken qualitativer Ans\u00e4tze bei der Exploration von Feld und Population im Sinne des \u201eCasing\u201c nutzen und so potentiell die Validit\u00e4t auf Sampling-Ebene steigern zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ausgehend von einer umfassenden Darstellung der aktuellen Forschungsliteratur zu <abbr title=\"Mixed Methods und Multimethod Research\">MMMR<\/abbr>-Sampling-Strategien entwickelte <a href=\"https:\/\/www.jacobs-university.de\/directory\/mschreier\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Margrit Schreier (Jacobs-University Bremen)<\/a> eine kritische Perspektive auf die etablierten Fallauswahl-Typologien. Ein wesentlicher Kritikpunkt war dabei die h\u00e4ufig als unproblematisch vorausgesetzte Unterscheidung von gezielter Fallauswahl (\u201ePurposive Sampling\u201c) und \u201eConvenience Sampling\u201c: Tats\u00e4chlich, so zeigte Schreier, sind die meisten Strategien gezielter Fallauswahl \u2013 sowie teilweise auch Zufallsauswahlen \u2013 in ihrer praktischen Realisierung durch Convenience-Sampling-Elemente gekennzeichnet, was hinsichtlich der methodischen Konsequenzen aber selten reflektiert werde.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hsu-hh.de\/methoden\/team\/knappertsbusch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Felix Knappertsbusch (<abbr title=\"Helmut-Schmidt-Universit\u00e4t\">HSU<\/abbr> Hamburg)<\/a> stellte ein Forschungsdesign zu einem geplanten systematischen Review empirischer <abbr title=\"Mixed Methods und Multimethod Research\">MMMR<\/abbr>-Studien vor. Knappertsbusch zufolge zeigen die Ergebnisse existierender Review-Studien, dass methodenintegrative Designs zwar in einer Vielzahl unterschiedlicher Fachdisziplinen genutzt werden, die Referenzen zur aktuellen <abbr title=\"Mixed Methods und Multimethod Research\">MMMR<\/abbr>-Methodenliteratur dabei aber \u00fcberwiegend gering ausgepr\u00e4gt sind. Eine systematische, interdisziplin\u00e4r vergleichende Studie zum aktuellen Gebrauch von <abbr title=\"Mixed Methods und Multimethod Research\">MMMR<\/abbr>-Designs verspricht eine engere Verkn\u00fcpfung von Methodendiskurs und Forschungspraxis zu bef\u00f6rdern. Hierbei werden insbesondere auch wissenschaftssoziologische und \u2013philosophische Aspekte zu ber\u00fccksichtigen sein, wie etwa die Differenzierung zwischen der in Publikationen pr\u00e4sentierten \u201ereconstructed logic\u201c und der im Forschungsprozess tats\u00e4chlich verwendete \u201elogic-in-use\u201c (Kaplan) methodenintegrativer Forschung.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.deval.org\/de\/dr-gerald-leppert.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Gerald Leppert (DEval)<\/a> stellte Kernelemente der am Deutschen Evaluierungsinstitut der Entwicklungszusammenarbeit verwendeten MMR-Designs vor. Am Beispiel einer abgeschlossenen Evaluationsstudie demonstrierte er die Bedeutung eines detaillierten theoretischen Rahmenkonzeptes (\u201eTheory of Change\u201c) f\u00fcr die jeweils untersuchten Ursache-Wirkungs-Zusammenh\u00e4nge, sowie die Vorz\u00fcge einer Integration qualitativer Interview- und Dokumentenanalysen in die standardisierten Sampling- und Erhebungsverfahren quasi-experimenteller Designs. So k\u00f6nnen nicht-standardisierte Befragungen und Feldbeobachtungen bspw. zur Identifikation nicht antizipierter kausaler Faktoren dienen oder die \u00dcberpr\u00fcfung einer Fallauswahlstrategie f\u00fcr Kontrollgruppen unterst\u00fctzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interdisziplin\u00e4res Netzwerk zu Methodologie und Anwendungsfeldernmethodenintegrativer Forschung Zur\u00fcck zur Startseite Videos ausgew\u00e4hlter Beitr\u00e4ge sind hier verf\u00fcgbar. Vom 17. bis 19. 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