Forschung


Die Forschung der Professur fokussiert auf Themen im Bereich der Internationalen Beziehungen, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der regionalen Dimension internationaler Politik. Zu den gegenwärtigen Forschungsthemen der Professur zählen die Politik aufstrebender Mächte des Globalen Südens wie Indien, Brasilien oder Südafrika, und die Beiträge dieser Länder zur Global Governance, aber auch ihre oftmals schwierigen Beziehungen zu ihrem regionalen Umfeld und ihre ambivalente Haltung im regionalen Krisenmanagement. Des Weiteren untersucht Dr. Harig die Wechselwirkung zwischen innenpolitischen Überlegungen und dem Engagement von Regionalmächten in Friedensmissionen der Vereinten Nationen. Im Zeitalter von Krisen und Populismus steht zudem der Einfluss innenpolitischer Faktoren auf die Außenpolitik und die Global Governance-Beiträge mächtiger Staaten des Globalen Südens im Mittelpunkt der Forschung an der Professur.

 

Aktuelle Publikationen

  • Destradi, Sandra & Plagemann, Johannes (i.E.): Populism and Foreign Policy: The Case of India, in: Foreign Policy Analysis
  • Destradi, Sandra (2017): Reluctance in International Politics: A Conceptualization. European Journal of International Relations 23 (2): 315-340
  • Harig, Christoph & Kenkel, Kai-Michael (2017): Are rising powers consistent or ambiguous foreign policy actors? Brazil, humanitarian intervention and the “graduation dilemma”. International Affairs 93(3): 625–641
  • Harig, Christoph (2017): Sicherheitsproduktion in Brasilien zwischen Reformen der militarisierten Polizei und parapolizeilichem Einsatz des Militärs, in: B. Frevel & M. Wendekamm (Hrsg.): Sicherheitsproduktion zwischen Staat, Markt und Zivilgesellschaft (269–291). Wiesbaden: Springer

Die Professur für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Internationale Beziehungen und Regional Governance ist eine Kooperationsprofessur mit dem GIGA Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien / German Institute of Global and Area Studies. Im Jahr 2014 unterzeichneten die beiden Organisationen einen entsprechenden Kooperationsvertrag. Im Jahr 2014-15 wurde die Professur von Dr. Miriam Prys-Hansen vertreten.

Das GIGA German Institute of Global and Area Studies ist ein unabhängiges, sozialwissenschaftliches Forschungsinstitut mit Sitz in Hamburg. Es forscht zu politischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Afrika, Asien, Lateinamerika und Nahost sowie zu globalen Fragen und ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Am GIGA leitet Prof. Destradi eine der vier überregional vergleichenden thematischen Einheiten des Instituts, den Forschungsschwerpunkt 4 „Macht und Ideen“, und ist Mitglied des Forschungsrats des GIGA.  Die über 20 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungsschwerpunkts 4 erforschen in zwei Forschungsteams den Zusammenhang von Macht und Ideen auf verschiedenen Ebenen.

Das Forschungsteam „Macht und globale Ordnung“ setzt sich mit den Chancen und Herausforderungen der globalen und regionalen Governance in einem Zeitalter von Machverschiebungen und Machtdiffusion auseinander. Ein langjähriger Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung von „Regionalmächten“ – ein Forschungsprogramm, das im April 2018 mit der geplanten Konferenz „Regional Powers Revisited“ neu aufgelegt werden soll. Die regionale Ebene steht auch im Fokus einer Reihe von Projekten zum globalen Regionalismus, die sich unter anderem mit dem institutionellen Design und der Legitimität regionaler Organisationen und ihrem Beitrag zu regionaler Governance beschäftigen. All diese Projekte sind über geographische Regionen hinweg vergleichend angelegt und profitieren von den Netzwerk- und Austauschmöglichkeiten der Forschungsplattformen des GIGA.

Das Forschungsteam „Ideen und Akteurshandeln“ setzt sich mit den ideellen Grundlagen globaler Politik auseinander. Dabei wird u.a. den historischen Erfahrungen und philosophischen Traditionen der Untersuchungsregionen besondere Beachtung geschenkt, u.a. wenn es um die Vorstellungen von legitimer globaler Ordnung in aufstrebenden Mächten wie Indien und China geht. Die von GIGA-DoktorandInnen initiierte und institutsweit geöffnete „Global Theory Reading Group“ beschäftigt sich mit den Möglichkeiten der Herausbildung „inklusiverer“ bzw. „pluralistischerer“ Konzepte in den Sozialwissenschaften.

HSU

Letzte Änderung: 18. Juni 2018