{"id":5173,"date":"2026-03-26T13:12:52","date_gmt":"2026-03-26T12:12:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hsu-hh.de\/hrm-pol\/?page_id=5173"},"modified":"2026-03-29T18:36:00","modified_gmt":"2026-03-29T16:36:00","slug":"affektive-handlungsmacht-von-beschaeftigten-im-gesundheitssektor-in-deutschland","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.hsu-hh.de\/hrm-pol\/forschung\/forschungsprojekte\/paradigmenvielfalt-und-kritische-perspektiven\/affektive-handlungsmacht-von-beschaeftigten-im-gesundheitssektor-in-deutschland","title":{"rendered":"Affektive Handlungsmacht von Besch\u00e4ftigten im Gesundheitssektor in Deutschland\u00a0\u00a0"},"content":{"rendered":"\n<p>In ihrem Dissertationsprojekt hat Katja\u00a0B\u00fcrger\u00a0sich mit\u00a0tarifpolitischen\u00a0Auseinandersetzungen von Pflege- und\u00a0Sorgearbeiter:innen\u00a0an deutschen Krankenh\u00e4usern\u00a0besch\u00e4ftigt. Am Beispiel der\u00a0<em>Tarifbewegung Entlastung\u00a0<\/em>werden Perspektiven von Handlungsmacht in einem feminisierten Arbeitsbereich in den Blick genommen. Das empirische Material, auf dem die Analyse aufbaut, sind narrative Interviews mit Sorgek\u00e4mpfer:innen\u00a0und\u00a0Gewerkschaftssekret\u00e4r:innen. Die Auswertung basiert auf der emotionstheoretischen Narrationsanalyse nach\u00a0Jochen\u00a0Kleres, der\u00a0den Zusammenhang von Emotionen und Erz\u00e4hlungen akzentuiert. Zentrales Argument der Studie ist, dass gewerkschaftliches Interessenhandeln nicht ausschlie\u00dflich auf die Allokation von Machtressourcen zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, sondern aus den Affekten entsteht, die im Arbeitsprozess aufkommen und zirkulieren. Affekte werden machttheoretisch bestimmt. Das hei\u00dft, dass sie einerseits zur Stabilisierung bestehender Ordnungen wie <abbr title=\"unter anderem\">u.a.<\/abbr> \u00d6konomisierungsprozessen beitragen, andererseits jedoch \u00fcber diese hinausweisen und die Grundlage f\u00fcr emanzipatorisches Handeln darstellen. F\u00fcr die Analyse der selbsterm\u00e4chtigenden Prozesse und der damit verbundenen Kollektivierung von Gef\u00fchlen der\u00a0Besch\u00e4ftigten wird bezugnehmend auf Debatten des\u00a0<em>emotional<\/em>\u00a0und\u00a0<em>affective\u00a0turn<\/em>\u00a0das Konzept der affektiven Handlungsmacht entwickelt. Ankn\u00fcpfend an die queer-feministische Theorien wird herausgearbeitet, dass insbesondere Affekte, die negativ konnotiert sind, ein politisches Potential haben. Die Studie leistet damit einen Beitrag zur Problematisierung des Rationalit\u00e4tsparadigmas und damit verbundenen geschlechtsspezifischen Zuschreibungen zentraler Ans\u00e4tze zur Bestimmung gewerkschaftlicher Handlungsmacht. Dar\u00fcber hinaus liefert die Analyse Erkenntnisse \u00fcber die Bedeutung von Affekt f\u00fcr kollektives Interessenhandeln im Bereich\u00a0kommodifizierter\u00a0Care-Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ausgew\u00e4hlte Beitr\u00e4ge<\/strong>&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Chmilewski, K. (2022). Deborah B. Gould: Moving Politics. Emotion and ACT UP\u2019s fight against AIDS. In K. Senge, R.\u00a0Sch\u00fctzeichel, V. Zink (<abbr title=\"Herausgeber\">Hrsg.<\/abbr>),\u00a0<em>Hauptwerke\u00a0der\u00a0Emotionssoziologie\u00a0<\/em>(S. 231-237). Springer.\u00a0<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-658-37869-1_26\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-658-37869-1_26<\/a>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In ihrem Dissertationsprojekt hat Katja\u00a0B\u00fcrger\u00a0sich mit\u00a0tarifpolitischen\u00a0Auseinandersetzungen von Pflege- und\u00a0Sorgearbeiter:innen\u00a0an deutschen Krankenh\u00e4usern\u00a0besch\u00e4ftigt. 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