Stefan Messingschlager, M.A.

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Professur für Neuere Geschichte unter Berücksichtigung der westeuropäischen Geschichte
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Dissertationsprojekt:
China-Experten in der Bundesrepublik der 1970er Jahre (weitere Informationen finden Sie hier)

  • seit 02/2019
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere Geschichte unter Berücksichtigung der westeuropäischen Geschichte, Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg;
    Dissertationsvorhaben zur deutsch-chinesischen Beziehungsgeschichte in den 1970er Jahren
  • 08/2018-12/2018
    Wissenschaftliche Hilfskraft mit Master-Abschluss am Lehrstuhl für Zeitgeschichte, Fachbereich Geschichte und Soziologie der Universität Konstanz
  • 2014-2018
    Masterstudium der Geschichtswissenschaften an der Universität Konstanz; Schwerpunkt: Zeitgeschichte aus globaler Perspektive, im Besonderen: Transfergeschichte des Faschismus
    Thema der Abschlussarbeit (MA): Ferne Partner ganz nah? – Die Transferbeziehung zwischen Nationalsozialismus und faschistischem Japan am Beispiel der Rezeption japanischer Siedlungspolitik (1933-1945)
  • 2015-2016
    Masterstudium der Geschichtswissenschaften an der Peking-Universität (北京大学) und Archivrecherchen in der VR China (2 Semester)
  • 2010-2014
    Bachelorstudium der Geschichtswissenschaften und Politologie an der Universität Konstanz

Geschichte der Volksrepublik China in den langen 1970er Jahren
Westlich-chinesische Beziehungen im 19./20. Jahrhundert als transnationales Phänomen
Entstehung von China-Expertise in der Bundesrepublik Deutschland
Transfer- und Verflechtungsgeschichte faschistischer Regime

China-Experten in der Bundesrepublik der 1970er Jahre (Arbeitstitel)

Das Dissertationsvorhaben untersucht am Beispiel des Verhältnisses zwischen Bundesrepublik und Volksrepublik China die Rolle von China-Kennern und China-Experten in der Umbruchphase westlich-chinesischer Beziehungen in den langen 1970er Jahren.

Die diplomatische Annäherung zwischen der VR China und den westlichen Staaten ab Mitte der 1960er Jahre wurde bereits in der älteren Forschung der 1980er und 1990er Jahre überzeugend als Ergebnis einer strategischen Außenpolitik im Kalten Krieg interpretiert. Diese Perspektive auf internationale Beziehungen als Arena staatlicher Interessenspolitik blieb allerdings einseitig auf das Bild einer dominant politisch gesteuerten Transformation fixiert. So wichtig die Rolle führender Politiker wie Henry Kissinger oder Gerhard Schröder zweifellos war, so wenig geht dieser Prozess jedoch in einem politisch-diplomatischen Projekt auf. Der Ansatz meines Vorhabens ist es deshalb, die Bedeutung von China-Kennern und China-Experten – hier verstanden als mit den chinesischen Verhältnissen vertraute Publizisten, Wissenschaftler, Intellektuelle – für den Aufbau und Ausbau der inter- und transnationalen Beziehungen zu untersuchen. Anhand dieser einflussreichen Akteure jenseits der politischen Entscheidungsebene wird es möglich, die Dynamik, Vielgestaltigkeit und Komplexität der Umbruchphase in den chinesisch-westlichen Beziehungen während der langen 1970er Jahre besser in den Blick zu bekommen.

Das Ziel der Untersuchung ist dabei ein doppeltes: Zum einen soll nachvollzogen werden, welche Rolle ausgewählten China-Kennern wie Klaus Mehnert und China-Experten aus Disziplinen wie der Sino-Politologie, Sinologie oder Rechtwissenschaft beim Aufbau der Beziehungen in den Bereichen Diplomatie, Politik, Wirtschaft und Kultur zukam und inwieweit sie dabei zu Mittler-Figuren avancierten. Zum anderen soll herausgearbeitet werden, wie parallel dazu in der bundesdeutschen Politik, in staatlichen Institutionen oder der Wirtschaft die Notwendigkeit einer eigenen China-Expertise erkannt und diese strukturell aufgebaut wurde. Die langen 1970er Jahre erscheinen dabei, so die übergreifende Hypothese des Dissertationsvorhabens, als zentrale Umbruchphase, in der die Fundamente für einen grundsätzlichen Wandel in der (west-)deutschen Wahrnehmung Chinas gelegt wurde, der bis in die Gegenwart reicht. So wurde in den 1970er Jahren mit Unterstützung prominenter China-Kenner und einschlägig ausgewiesener China-Experten nicht nur das Fundament für eine Wiederbegründung stabiler diplomatischer Beziehungen gelegt. Auch jenseits der offiziellen Staatsbeziehungen nahmen deutsche China-Experten oftmals eine entscheidende Rolle ein: Sie agierten im Austausch mit der chinesischen Seite als Vermittler für verschiedenste Bereiche, starteten Initiativen zur Wiederbelebung der Kulturbeziehungen oder wurden zu Unterhändler im Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen. Gleichzeitig machte die ubiquitäre Rolle dieser Akteure augenfällig, dass in der Bundesrepublik der 1970er Jahre China-Expertise in weiten Bereichen von Staat und Wirtschaft kaum vorhanden, aber dringend vonnöten war. Das Dissertationsvorhaben richtet darum auch den Blick auf die Entstehung außeruniversitärer Institutionen und den Aufbau einer systemischen China-Expertise, was schließlich den Bedeutungsverlust langjährig prägender Laien und Autodidakten, wie etwa des intellektuellen China-Kenners Klaus Mehnert, besiegelte.

Vorträge

„Der politische Wiederaufstieg Chinas und die deutschen China-Kenner (1970-1975)“ (Workshop Helmut-Schmidt-Universität Hamburg, November 2021)

„Ermächtigung des „schlafenden Riesen“? Der Aufstieg Chinas und die westlichen Intellektuellen (1930er-1980er Jahre)“ (Forschungskolloquium Geschichtswissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg, Oktober 2021)

„Ermächtigung des „schlafenden Riesen“? Der Aufstieg Chinas und die westlichen Intellektuellen (1930er-1980er Jahre)“ (Süddeutsches Kolloquium, Ellwangen September 2021)

„Revolution Revisited. Heuristische Perspektiven auf Revolutionen als Analysekategorie“ (Workshop Peking-Universität, Februar 2016)

„Das Konzept von ‚Erbe und Tradition‘ im Rahmen der systemischen Kommunikation in der DDR – Hintergründe, Implikationen und Folgen eines Paradigmenwechsels“ (im Kolloquium der Lehrstühle für Neuere und Neueste Geschichte sowie Zeitgeschichte an der Universität Konstanz, April 2014)

Interviews

Sicherheitsbereich – Ein Symbol der Abschottung (Interview mit NDR-Info vom 7. Mai 2021 über die geplante Umwandlung der Helmut-Schmidt-Universität in einen Militärischen Sicherheitsbereichs)

Ferne Partner ganz nah? – Die Transferbeziehung zwischen Nationalsozialismus und faschistischem Japan am Beispiel der Rezeption japanischer Siedlungspolitik (1933-1945) (Überarbeitung der Master-Arbeit für Publikation, noch nicht erschienen).

02/2011-03/2018
Grundförderung der Studienstiftung des deutschen Volkes
08/2015-08/2016
Stipendium der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, der Studienstiftung des deutschen Volkes sowie Chinese Government Scholarship für einen einjährigen Studien- und Forschungsaufenthalt in der Volksrepublik China
2007/2008
Vollstipendium des „Kulturfonds Bayern“ für ein Auslands-Schuljahr in China („Botschafter Bayerns“, 4000 Euro)

Kommissionsmitglied der Studienstiftung des deutschen Volkes für die Stipendiatenauswahl (seit 2019)
Leiter der Sprechstunde von ArbeiterKind.de e.V. in Hamburg (seit 2019)
Gründer und Leiter der Lokalgruppe ApplicAid e.V. Hamburg (seit 2020)

HSU

Letzte Änderung: 15. Februar 2022