Armin Mohler als Grenzgänger. Rechtskonservative Netzwerke zwischen Frankreich und Deutschland in den 1950er bis 1970er Jahren

Miriam Finkeldey, M.A. (miriam.finkeldey90@gmail.com)

Dissertation

Die Dissertation untersucht die Genese und Entwicklung rechtsintellektueller Netzwerke zwischen der Bundesrepublik und Frankreich zwischen den 1950er und 1970er Jahren. Es wird von der These ausgegangen, dass der deutsch-schweizerische Publizist und rechtskonservative Vordenker Armin Mohler (1920 – 2003) als zentraler Architekt transnationaler Netzwerke wirkte, indem er Strukturen etablierte, innerhalb derer sich ein nachhaltiger Transfer von Organisationsformen, Ideen und Strategien zwischen deutschen und französischen Rechtsintellektuellen entwickeln konnte. Die historische Rekonstruktion des Auf– und Ausbaus, der Funktion und Organisation dieser Netzwerke erfolgt über die Betrachtung der Interaktion zwischen den beteiligten Akteuren, wodurch diese selbst in den Fokus der Arbeit rücken. Das Vorhaben verfolgt zwei zentrale Ziele: Zum einen soll mit der genaueren Verortung von Mohlers Rolle als transnationalem Grenzgänger und Mittler zwischen der Bundesrepublik und Frankreich eine bestehende Forschungslücke geschlossen werden. Zweitens sollen die bislang weitgehend ignorierten, jedoch langfristig wirksamen Verflechtungslinien zwischen französischen und bundesrepublikanischen Rechtsintellektuellen sichtbar gemacht werden. Beides ermöglicht, erstmals die diversen Ebenen eines Transnationalisierungsprozesses im heterogenen rechtsintellektuellen Milieu zu identifizieren, den Einfluss des transnationalen Austauschs auf ideengeschichtliche, organisatorische und personelle Zusammenhänge auszuloten und damit einen Beitrag zur Geschichte der „Neuen Rechten“ in Europa zu leisten.

HSU

Letzte Änderung: 4. Juni 2021