{"id":1447,"date":"2022-04-20T20:30:47","date_gmt":"2022-04-20T18:30:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hsu-hh.de\/hisost\/?post_type=tribe_events&#038;p=1447"},"modified":"2022-04-20T20:30:47","modified_gmt":"2022-04-20T18:30:47","slug":"symposium-universitaet-und-militaerische-sicherheit","status":"publish","type":"tribe_events","link":"https:\/\/www.hsu-hh.de\/hisost\/event\/symposium-universitaet-und-militaerische-sicherheit\/","title":{"rendered":"Symposium Universit\u00e4t und milit\u00e4rische Sicherheit"},"content":{"rendered":"<p>Donnerstag, 19. Mai 2022<br \/>\n09:00 \u2013 09.30 Uhr Registrierung\/Begr\u00fc\u00dfungskaffee<\/p>\n<p>09:30 \u2013 10:00 Uhr Begr\u00fc\u00dfung durch den Pr\u00e4sidenten und erste Problemskizze<\/p>\n<p>Nach der Begr\u00fc\u00dfung durch Prof. Dr. Klaus Beckmann (Universit\u00e4tspr\u00e4sident) skizzieren der Pr\u00e4sident, Univ.-Prof. Dr.-Ing. Jens P. Wulfsberg (ehemaliger Dekan der Fakult\u00e4t Maschinenbau) und Univ.-Prof. Dr. Olaf Sanders (Mitglied des Akademischen Senats) die Umwandlung des Campus der Helmut-Schmidt-Universit\u00e4t in einen Milit\u00e4rischen Sicherheitsbereich, die den Anlass zu diesem Symposium bildet, weil viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bef\u00fcrchten, dass die Universit\u00e4t dadurch Schaden nimmt, aus verschiedenen Perspektiven und mit unterschiedlichen Akzenten.<\/p>\n<p>10:00 \u2013 11:15 Uhr (Milit\u00e4rische) Sicherheit der Universit\u00e4t (Organisation: Major Dipl.-Pol. Julian Becker)<\/p>\n<p>Die Bundeswehr als Organisation und Soldaten als sichtbare Angeh\u00f6rige dieser Organisation sind einer h\u00f6heren Gef\u00e4hrdung ausgesetzt als Angeh\u00f6rige ziviler Universit\u00e4ten oder die allgemeine Bev\u00f6lkerung. Diese Gef\u00e4hrdung entwickelt sich dabei dynamisch, und ihre Analyse erfordert regelm\u00e4\u00dfige Anpassungen der Schutzma\u00dfnahmen. Das Bundesministerium der Verteidigung hat daher die Einrichtung eines Milit\u00e4rischen Sicherheitsbereichs als erforderlich angeordnet. Welche konkreten Bedrohungshinweise haben zu dieser Entscheidung gef\u00fchrt? Was hat die Einrichtung des Milit\u00e4rischen Sicherheitsbereichs f\u00fcr Folgen f\u00fcr den Campus? Wie geht die Universit\u00e4t der Bundeswehr in M\u00fcnchen, wo es bereits seit vielen Jahren einen Milit\u00e4rischen Sicherheitsbereich gibt, damit um?<\/p>\n<p>Es tragen vor:<\/p>\n<p>Major Dipl.-Pol. Julian Becker, Leiter des Studierendenfachbereich B (GeiSo) und milit\u00e4rischer Projektoffizier f\u00fcr das Symposium (Moderation)<br \/>\nOberst i. G. Hermann Josef Hanke, H\u00f6herer Offizier Milit\u00e4rische Sicherheit der Bundeswehr (angefragt)<br \/>\nHauptmann Dominique Nitzinger, Oberleutnant Nicole Steinicke, S2\/Sicherheitsbeauftragter Universit\u00e4t der Bundeswehr M\u00fcnchen (grunds\u00e4tzliche Teilnahme best\u00e4tigt, konkrete Teilnehmer folgen)<br \/>\nKaffeepause<\/p>\n<p>11:30 \u2013 13:00 Uhr Geschichte der Bundeswehruniversit\u00e4ten (Organisation: Dr. Jan St\u00f6ckmann)<\/p>\n<p>Hervorgegangen aus der Bildungsreform der Bundeswehr in den fr\u00fchen 1970er Jahren ist die Helmut-Schmidt-Universit\u00e4t\/Universit\u00e4t der Bundeswehr Hamburg bis heute ein zentraler Baustein der Offizierslaufbahn sowie eine Sondererscheinung in der deutschen Hochschullandschaft. Ihre Gr\u00fcndungsidee war es, ein akademisches Studium in das Ausbildungssystem der Bundeswehr zu integrieren, den Soldatenberuf attraktiver zu machen und so gleichsam mit gesellschaftlichen Entwicklungen Schritt zu halten. Doch was waren die tieferen Beweggr\u00fcnde der Gr\u00fcnderv\u00e4ter (der Gr\u00fcndungsausschuss war rein m\u00e4nnlich besetzt)? Welche Spannungsverh\u00e4ltnisse taten sich auf? Und wie ist vor diesem Hintergrund die Debatte um einen Milit\u00e4rischen Sicherheitsbereich auf dem Campus der Universit\u00e4t heute zu beurteilen?<\/p>\n<p>Es diskutieren:<\/p>\n<p>Univ.-Prof. Dr. Carola Groppe, Dekanin der Fakult\u00e4t f\u00fcr Geistes- und Sozialwissenschaften (Moderation)<br \/>\nProf. Dr. Eckardt Opitz, Oberstleutnant i. G. a. D, Historiker, Mitglied des Gr\u00fcndungsausschusses der HSU\/UniBwH und ehem. Vizepr\u00e4sident<br \/>\nProf. Dr. Achatz von M\u00fcller, Historiker und Mitglied des Gr\u00fcndungsausschusses der HSU\/UniBwH<br \/>\nGemeinsames Mittagessen in der Truppenk\u00fcche<\/p>\n<p>14:00 \u2013 15:30 Uhr Universit\u00e4ten als \u00f6ffentliche Orte (Organisation: Univ.-Prof. Dr. Teresa Koloma Beck)<\/p>\n<p>Die gesellschaftliche Relevanz von Universit\u00e4ten besteht nicht nur darin, dass in ihnen gelehrt und geforscht wird. Universit\u00e4ten sind immer auch \u00f6ffentliche Orte, an denen die offene Gesellschaft beobachtbar und erfahrbar wird. Ihr Beitrag zum gesellschaftlichen Leben geht also \u00fcber die Produktion von Wissen und Absolvent:innen hinaus. In der Alltagspraxis der Universit\u00e4t vollzieht sich die Herstellung demokratischer \u00d6ffentlichkeit. Vor dem Hintergrund dieser \u00dcberlegungen erscheint die Einrichtung eines Milit\u00e4rischen Sicherheitsbereichs an der Helmut-Schmidt-Universit\u00e4t\/Universit\u00e4t der Bundeswehr Hamburg als Teil eines breiteren Trends: Denn seit den fr\u00fchen 2000er Jahren l\u00e4sst sich in verschieden gesellschaftlichen Bereichen beobachten, wie die Wahrnehmung von Bedrohungen der Sicherheit zu einschneidenden Ver\u00e4nderungen der Gestalt und Funktionsweise \u00f6ffentlicher Orte f\u00fchrt. Das Panel nimmt diese Entwicklungen in den Blick. Es diskutiert Universit\u00e4ten im Spannungsfeld der doppelten Anforderung, ein sicherer aber auch ein \u00f6ffentlicher Ort zu sein. In einem kontrastierenden Vergleich mobilisiert es dazu auch Erfahrungen aus einem Kontext, in dem Bedrohungen das \u00f6ffentliche Leben deutlich und nachhaltig gepr\u00e4gt haben \u2013 Afghanistan \u2013, und fragt, welche Einsichten sich aus den Beobachtungen dort f\u00fcr aktuelle Debatten hier gewinnen lassen.<\/p>\n<p>Es tragen vor und diskutieren:<\/p>\n<p>Rohullah Amin, Mitarbeiter der Professur f\u00fcr Soziologie mit dem Schwerpunkt Gesellschaftsanalyse und sozialer Wandel an der HSU, ehemals Dozent an der American University of Afghanistan und gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Direktor des American Institute of Afghanistan Studies<br \/>\nDipl.-Soz. Tobias Hauffe, Mitarbeiter der Professur f\u00fcr Soziologie mit dem Schwerpunkt Gesellschaftsanalyse und sozialer Wandel<br \/>\nUniv.-Prof. Dr. Teresa Koloma Beck, Professorin f\u00fcr Soziologie mit dem Schwerpunkt Gesellschaftsanalyse und sozialer Wandel<br \/>\nKaffeepause<\/p>\n<p>16:00 \u2013 17:45 Uhr Internationale Kooperationen (Organisation: Univ.-Prof. Dr. Michael Staack)<\/p>\n<p>Internationale wissenschaftliche Kooperationen sind nicht nur von zentraler Bedeutung f\u00fcr wissenschaftlichen Fortschritt an sich, sondern k\u00f6nnen auch wichtige Beitr\u00e4ge leisten, um gerade im Dialog mit nicht-westlichen Staaten Kommunikation zu verst\u00e4rken und Empathie zu f\u00f6rdern. Seitens des BMVg sind in den letzten Jahren Bestrebungen zu beobachten, solche Kooperationen zu erschweren oder zu beenden. Im Rahmen dieses Panels soll \u00fcber die Relevanz internationaler Kooperation und den Austausch mit Wissenschaft \u201eschwieriger Staaten\u201c angesichts der Einf\u00fchrung beschr\u00e4nkter Wissenschaftsfreiheit durch einen \u201eMilit\u00e4rischen Sicherheitsbereich\u201c diskutiert werden.<\/p>\n<p>Es diskutieren:<\/p>\n<p>Prof. Dr. Verena Blechinger-Talcott, Vizepr\u00e4sidentin der FU Berlin<br \/>\nUniv.-Prof. Dr. Hans Koller, Professor f\u00fcr Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Technologie- und Innovationsmanagement (Moderation)<br \/>\nProf. Dr. Ruth Catherine Levy, Politikwissenschaftlerin und Sinologin, University of Manchester<br \/>\nProf. Dr. G\u00f6tz Neuneck, Vereinigung Deutscher Wissenschafter\/Internationale Pugwash Bewegung<br \/>\nUniv.-Prof. Dr. Michael Staack, Professor f\u00fcr Politikwissenschaft, insbesondere Theorie und Empirie der Internationalen Beziehungen<br \/>\nAbendimbiss<\/p>\n<p>19:00 \u2013 20:30 Uhr Diskusionsveranstaltung in Kooperation mit der K\u00f6rber-Stiftung (im K\u00f6rberForum)<\/p>\n<p>\u201eDie Bundeswehr und die offene Gesellschaft: Sicherheit und Freiheit im historischen Kontext\u201d (Programm folgt)<\/p>\n<p>Freitag, 20. Mai 2022<br \/>\n09:00 \u2013 09:30 Uhr Begr\u00fc\u00dfungskaffee<\/p>\n<p>09:30 \u2013 10:30 Uhr Bau und Bildung: Akademie, Collegium, Universit\u00e4t. Von Platons Akademie im Nordwesten Athens bis zur Douaumont-Kaserne in Hamburg-Jenfeld (Organisation: Univ.-Prof. Dr. Burkhard Mei\u00dfner)<\/p>\n<p>Die Geschichte der Universit\u00e4ten, Hochschulen, Kollegien, Akademien und anderen h\u00f6heren Bildungseinrichtungen ist im Abendland so lang wie die der Kasernen. Im klassischen Griechenland in Einrichtungen in den gro\u00dfen Zentralst\u00e4dten und im R\u00f6mischen Reich im ganzen Mittelmeerraum fand h\u00f6here Bildung im fr\u00fchen und hohen Mittelalter als kl\u00f6sterliche Veranstaltung statt. Im sp\u00e4teren Mittelalter und in der Neuzeit bildeten sich st\u00e4dtische Hochschulen und Universit\u00e4ten neu und werden zu einem Motor offener, sich fortschrittlich entwickelnder Gesellschaften. Zu Beginn des 21. Jhdts. herrschen zwei Hochschultypen vor: offene st\u00e4dtische Ensembles einerseits und abgeschlossene Gebilde mit Wache, Drehkreuz und Zaun. Die Helmut-Schmidt-Universit\u00e4t, im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts. als \u201eoffene Hochschule\u201c auf dem Gel\u00e4nde einer ehemaligen Kaserne entstanden, wird im ersten Drittel des 21. Jahrhunderts wieder zur Kaserne.<\/p>\n<p>Es tragen vor:<\/p>\n<p>Dr. Michael Jonas, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am German Institute for Defence and Strategic Studies<br \/>\nUniv.-Prof. Dr. Burkhard Mei\u00dfner, Althistoriker und Professor f\u00fcr Alte Geschichte<br \/>\nKaffeepause<\/p>\n<p>10:45 \u2013 12:30 Uhr Universit\u00e4t, Bildung und (milit\u00e4rische) Sicherheit (Organisation: Univ.-Prof. Dr. Olaf Sanders)<\/p>\n<p>Universit\u00e4ten sind Orte der Bildung. Bildung setzt schon f\u00fcr Humboldt \u201eFreiheit\u201c und \u201eMannigfaltigkeit von Situationen\u201c voraus. Die Einrichtung eines Milit\u00e4rischen Sicherheitsbereichs schr\u00e4nkt die Bildungsm\u00f6glichkeiten der Helmut-Schmidt-Universit\u00e4t absehbar ein. Wie stark, dar\u00fcber l\u00e4sst sich bisher nur spekulieren. Diese Einschr\u00e4nkung, die im Interesse der Bundeswehr liegt, kann also zugleich nicht im Interesse der Bundeswehr liegen, die Offiziere ausbildet, die (auch) zuk\u00fcnftig in neuen Situationen neue Strategien zur Probleml\u00f6sung entwickeln sollen, was selbst wiederum Bildungsprozesse voraussetzt. Diesen sich zuk\u00fcnftig zusch\u00e4rfenden Widerstreit gilt es zu ergr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Es geben Statements ab und diskutieren:<\/p>\n<p>Dr. habil. Carsten B\u00fcnger, Erziehungswissenschaftler mit Arbeitsschwerpunkt kritischer Erziehungswissenschaft, derzeit Vertretungsprofessor an der PH Schw\u00e4bisch Gm\u00fcnd<br \/>\nProf. Dr. Kerstin Jergus, Professorin f\u00fcr Systematische Erziehungswissenschaft an der TU Braunschweig mit Arbeitsschwerpunkt Universit\u00e4t<br \/>\nProf. Dr. Karl-Josef Pazzini, Psychoanalytiker, bis 2014 Professor f\u00fcr Bildende Kunst und Bildungstheorie an der Universit\u00e4t Hamburg<br \/>\nOberstleutnant i. G. Dipl.-Vw. Stefan Quandt, pers\u00f6nlicher Referent des Pr\u00e4sidenten der Bundesakademie f\u00fcr Sicherheitspolitik und ehemaliger Sprecher des Studentischen Konvents an der HSU\/UniBwH<br \/>\nUniv.-Prof. Dr. Olaf Sanders, Professor f\u00fcr Bildungs- und Erziehungstheorie sowie philosophische Grundlagen (Moderation)<br \/>\nMittagssnack<\/p>\n<p>13:00 \u2013 14:30 Uhr Bildungsauftrag der Universit\u00e4t und Ausbildung in den Streitkr\u00e4ften. Widerstreit oder Synergieeffekt? (Organisation: Leutnant Nils Vo\u00dfhage)<\/p>\n<p>Die Helmut-Schmidt-Universit\u00e4t\/Universit\u00e4t der Bundeswehr Hamburg folgt als Universit\u00e4t dem Kernauftrag der Pflege und Entwicklung von Forschung, Wissenschaft und Lehre. Als Bundeswehruniversit\u00e4t ist sie so unabh\u00e4ngig wie es Landesuniversit\u00e4ten und sogar Privatuniversit\u00e4ten sind.Durch die Lehre, die an Universit\u00e4ten im Idealfall der Forschung eng verbunden ist, ist sie der Bildung verpflichtet. In der Offiziersausbildung der Bundeswehr stellt das universit\u00e4re BA\/MA-Intensivstudium einen elementaren Ausbildungsabschnitt zur Pr\u00e4gung und Entwicklung leistungsf\u00e4higer Offiziere dar. Von manchen Milit\u00e4rs, aber auch von einigen Studierenden wird das Studium als \u201el\u00e4ngster Lehrgang der Bundeswehr\u201c bezeichnet, was das wissenschaftliche Studium als Kern der Offiziersausbildung erscheinen l\u00e4sst, aber in der akademischen Community auch als \u201egeringsch\u00e4tzig\u201c missverstanden werden kann.Diesen alten, auf den ersten Blick erscheinenden Widerstreit zwischen Ausbildung und Bildung gilt es im Abschlusspanel von den beiden Seiten zu beleuchten. Dazu wollen wir einen Vertreter aus dem Bereich Ausbildung der Streitkr\u00e4fte und eine Wissenschaftlerin miteinander ins Gespr\u00e4ch bringen, das sich abschlie\u00dfend f\u00fcr das Publikum des Symposiums \u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Es sprechen und diskutieren:<\/p>\n<p>Univ.-Prof. Dr. Carola Groppe, Professorin f\u00fcr Historische Bildungsforschung<br \/>\nOberst Dr. Sven Lange, Kommandeur des Zentrums f\u00fcr Milit\u00e4rgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, Potsdam<br \/>\nLeutnant Nils Vo\u00dfhage, B. A., Student im Masterstudiengang \u201eInternationale Beziehungen\u201c (Moderation)<br \/>\n14:30 Uhr Ausklang<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Donnerstag, 19. 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