{"id":2686,"date":"2025-01-01T22:23:58","date_gmt":"2025-01-01T21:23:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hsu-hh.de\/hisost\/?page_id=2686"},"modified":"2026-09-23T21:09:29","modified_gmt":"2026-09-23T19:09:29","slug":"historische-zeitbilder-prof-dr-joern-happel","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.hsu-hh.de\/hisost\/mitarbeiter\/prof-dr-joern-happel\/historische-zeitbilder-prof-dr-joern-happel\/","title":{"rendered":"Historische Zeitbilder"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Jahrgang 2022 und die Enten in den Seminarr\u00e4umen. Eine historische Spurensuche<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.hsu-hh.de\/hisost\/wp-content\/uploads\/sites\/832\/2026\/09\/grafik-7-768x1024.png\" data-credit=\"\" alt=\"\" class=\"wp-image-3750\" style=\"width:505px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.hsu-hh.de\/hisost\/wp-content\/uploads\/sites\/832\/2026\/09\/grafik-7-768x1024.png 768w, https:\/\/www.hsu-hh.de\/hisost\/wp-content\/uploads\/sites\/832\/2026\/09\/grafik-7-225x300.png 225w, https:\/\/www.hsu-hh.de\/hisost\/wp-content\/uploads\/sites\/832\/2026\/09\/grafik-7-1152x1536.png 1152w, https:\/\/www.hsu-hh.de\/hisost\/wp-content\/uploads\/sites\/832\/2026\/09\/grafik-7-1536x2048.png 1536w, https:\/\/www.hsu-hh.de\/hisost\/wp-content\/uploads\/sites\/832\/2026\/09\/grafik-7-1100x1467.png 1100w, https:\/\/www.hsu-hh.de\/hisost\/wp-content\/uploads\/sites\/832\/2026\/09\/grafik-7.png 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">T\u00fcr zum Dienstzimmer 2322, Geb. H1, <abbr title=\"Helmut Schmidt Universit\u00e4t\">HSU<\/abbr> Hamburg. 22.9.26<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Wie ich zu den kleinen bunten Enten kam. Oder die fast unwahre Geschichte \u00fcber den Revolutionsf\u00fchrer, eine Frau im Federkleid und die Ente neben den Handballschuhen.<\/em><a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\" rel='nofollow'>[1]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was tun?, br\u00fcllte er in den H\u00f6<abbr title=\"rerum\">rer.<\/abbr> Sie gleich hinterher: Was tun? Die beiden hatten wieder ihre Lautsprecherfunktion angemacht. Wie es nervte! Immer beide im gleichen Ton. Nie hatte man den einen, die andere alleine. Alles machten sie zusammen. Alles! Das Schlimme: Sie erz\u00e4hlten auch alles. Wie sie kochten. Wie sie Revolutionen planten. Wie sie auf das Plumpsklo im Garten gingen. Wie sie sich Marx vorlasen und dabei in Wallung gerieten. Alles. Und noch mehr. Daran dachte ich, als ich ihre Stimmen erneut Was tun? rufen h\u00f6rte. \u2013 Was tun? fragt Ihr mich? Hat das nicht schon Tschernyschewski beantwortet? \u2013 Dem Nuscheln nach zu urteilen, hatten sie wieder keine Ahnung von dem, was ich sagte. Alles musste man diesen dumpfen Personen einfl\u00fcstern. \u2013 Tscherny\u2026 ach, egal, ich komme zu Euch. Macht bitte nichts Un\u00fcberlegtes. \u2013 N\u00f6. Wir warten auf Dich, tr\u00e4llerten sie vergn\u00fcgt in den H\u00f6<abbr title=\"rerum\">rer.<\/abbr> Ich stieg in die Stra\u00dfenbahn, die mich in ihr Exil fahren sollte. Petrograd war so anders, seitdem Nicky und seine Alix nicht mehr im Palast wohnten. Ich hatte dem Zaren schon lange gesagt, als wir uns auf ein paar Halbe im Wandsbeker Treff gegen\u00fcber sa\u00dfen: Mach was aus Deinem Land, sonst macht Dein Land was aus Dir. Ein Pension\u00e4r war er geworden, l\u00e4chelte ich in mich hinein. Und erschrak. Auf der Gummidichtung des Fensters sa\u00df eine kleine Plastikente, gr\u00fcnlich mit Krone, und stierte mich an. Was tun? Durch ein Ruckeln auf den Gleisen fiel sie wie ein Zar vom Thron in meine Hand. Ich steckte sie ein, beugte mich vor, um meine Ledertasche aufzunehmen, als dort auf dem Boden vor meinen nagelneuen blauen Handballsportschuhen eine weitere Ente sa\u00df. Seltsam. Ich steckte sie ein. An der Haltestelle Oktober stieg ich aus, nahm wie in Gedanken eine weitere Ente in die Hand, die auf dem M\u00fclleimerrand sa\u00df, und ging schnellen Schrittes in die Proletariergasse, in der das seltsame Paar eine Villa gemietet hatte. Ich klopfte. Von drinnen h\u00f6rte ich rhythmische Laute und immer wieder ein eigenartiges Grunzen, das mich an eine Ente im Liebesspiel erinnerte. Was tun? Sollte ich wieder gehen? Pl\u00f6tzlich \u00f6ffnete sich die T\u00fcr. Der livrierte Diener mit den Narben und dem f\u00fcrchterlichen georgischen Akzent in seinem Russisch dr\u00fcckte mir zur Begr\u00fc\u00dfung eine Ente in die Hand, f\u00fchrte mich in den Salon, setzte mir einen Tomatensaft vor \u2013 ich hasse Tomatensaft! \u2013, sprach davon, dass die Herrschaften gleich zu einem gl\u00fccklichen Ende gelangten und mich dann empfingen. Das Grunzen m\u00fcndete in einem erquicklichen Aufschrei, der mich irritierte: Vorw\u00e4rts!, qu\u00e4lte sich Vladimir aus der Kehle. \u2013 Was tun? Sollte ich wieder gehen oder bei den beiden bleiben? Ich hatte doch schon alles getan, um diesem reichen aber tumben Paar ein bisschen Bildung zu vermitteln. Was hatte ich nicht alles angestrengt, nur damit sie endlich in der Schweiz, in der Z\u00fcrcher Spiegelgasse zu ein wenig Wissen kamen? Aber nein, es musste ja st\u00e4ndig auf die Jagd gegangen und Enten geschossen werden. In Zimmerwald 1915 gab ich ihn als Ornithologen aus! \u2013 Ornitho-was?, hatte er mir entgegengeschleudert, als er mich mit einer Entenkeule in der Hand fassungslos anstarrte. \u2013 Ornitodingsbums will ich nicht sein. \u2013 Vladimir, Du brauchst doch eine Maskerade. \u2013 Maskenball? Wie sch\u00f6n!, zwitscherte Nadeschda aus dem Hintergrund der Z\u00fcrcher Nobelwohnung, die ich ihnen mieten lie\u00df. Nie konnte sie uns allein lassen. Auch bei ihr war der Funken nicht \u00fcbergesprungen, den ich in beiden zu entfachen dachte. Das Kapital hatte ich ihnen vorgelesen. Das Manifest hatte ich sie auswendig lernen lassen. Und was hat er mir dann stolz stammelnd geantwortet: Du hast nichts zu verlieren als Deine Enten. \u2013 Enten, immer wieder Enten. Wie ich sie satt hatte. Zuhause sa\u00dfen schon 543 Enten. Alle bunt, mit M\u00fctzen, mit Sonnenbrillen, mit Weihnachtsmannm\u00fctzen, mit Krone oder mit ohne Krone. Selbst ein Armband hatten mir die Entenrevolution\u00e4re geschenkt. Zu Weihnachten, als der Althistoriker nach Rom und Athen aufbrach und uns in der Denkfabrik der Bundeswehr alleine zur\u00fccklie\u00df. \u2013 Das dachte ich mir vor meinem Tomatensaft sitzend, als endlich die T\u00fcr aufschwang und mich der Diener mit einer Geste der Verbeugung in das Empfangszimmer bat, dabei nat\u00fcrlich mir eine Ente in die Tasche steckte. Und siehe da: Nebeneinander eng umschlungen sa\u00dfen sie auf dem Diwan: Vladimir und Nadeschda. Ganz rot im Gesicht. Er hatte noch ein paar Federn auf seinem kahlrasierten Haupt, sie trug wieder das Federkleid, das ich ihr f\u00fcr den Sozialistenkongress in Basel 1912 besorgt hatte, zu dem sie dann nicht hinfuhr, sondern lieber in diesem Kleid durch den Wald turnte, um sich von \u201eVladik\u201c fangen zu lassen. Ich erspare den Lesern Details und wende mich den beiden wieder zu. \u2013 Was tun? Sie tr\u00f6teten erneut im Chor. Oh, wie mich diese Frage nun schon auf die Palme brachte. Warum musste ich damals nur im Treff die Wette gegen Nicky verlieren? Lachend hatte er mir auf die Schulter geklopft und seinen Wettgewinn eingefordert: Aus seinem d\u00fcmmsten kleinadligen Ehep\u00e4rchen sollte ich ein gebildetes europ\u00e4isches Paar formen, das von der Welt angehimmelt werden w\u00fcrde. Was hatte Nicky gelacht. Beschummelt hatte er mich und nur Wasser getrunken, w\u00e4hrend ich das W\u00e4sserchen genoss. Deshalb hatte ich die beiden nun an der Backe. Zwei Irre, die sich Lenin und Krupskaja nannten, weil sie das schicker fanden und mit der Zeit gehen wollten. Um Himmels willen, hatte ich damals gedacht, wenn sie das dann auch noch wollen, dann ist es eben so. Ein Paar, das die ganze Zeit nur von Enten redete und sich wie die Enten paarte. Jetzt sa\u00dfen sie vor mir. Glucksend. Nadeschda strich Vladimir eine Feder vom Kopf. Er kicherte. Sie kicherte. Auch das machten sie gemeinsam. \u2013 Was tun? \u2013 Muss ich Euch denn immer sagen, was Ihr tun sollt?, br\u00fcllte ich die beiden an. Ihr Glotzen machte mich noch w\u00fctender. Als ob ich nichts gesagt h\u00e4tte, \u00fcbergab sie mir pl\u00f6tzlich eine Ente. 549 m\u00fcsste ich nun haben, z\u00e4hlte ich in Gedanken ab. \u2013 Was tun, lieber allwissender und so frohlockender Historiker, Du wei\u00dft doch immer alles. Was tun? \u2013 Ich hatte genug und prustete los: Setzt Euch in die verfluchte (ich nutzte damals ein anderes Wort) Stra\u00dfenbahn und fahrt nach Petrograd. Die Macht liegt da auf der Stra\u00dfe. Erz\u00e4hlt Ihr seid Enten oder Zaren oder beides und br\u00fcllt herum, es ist Revolution. Die Russen werden Euch lieben und Euch Enten entgegenschmei\u00dfen. \u2013 Vergn\u00fcgt sprangen sie auf. \u2013 Vladik, nicht so schnell. Setz Dir erst mal Deine Federper\u00fccke auf und lass uns noch mal einen Ententanz machen, bevor wir die Welt ver\u00e4ndern. \u2013 Angewidert drehte ich mich um. Nun wusste ich, dass ich die Wette verlieren w\u00fcrde. Dieser Nicky! Bevor Vladimir wieder zu einem Brunftschrein ansetzen konnte, entgegnete ich dem Lockvogel: Mit Hammer und Sichel sollt Ihr Euer Land regieren. Intelligenz braucht Ihr nicht. Auch keinen Marx. Ihr wisst sowieso nicht, wie der geschrieben wird. Ihr habt nichts zu verlieren au\u00dfer Eure Enten. Ihr habt eine Jagd zu gewinnen. \u2013 Der Diener sch\u00fcttelte mir eine Ente \u00fcbergebend, Nummer 550, die Hand. \u2013 Bravo, gutgesagt, Historiker, aber d\u00fcrfen wir auch alle erschie\u00dfen? \u2013 Entsetzt schaute ich dem Mann ins Gesicht. Seine Pockennarben links und rechts seiner Entennase hatte ich nie von so Nahem gesehen. \u2013 Stalin, musst Du immer nur ans Erschie\u00dfen denken?, seufzte ich noch und verschwand. Den Mantel der Geschichte lie\u00df ich auf dem Kehrichthaufen von Trotzkis historischem Wertstoffhof liegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hamburg, im Mai 2026, (jh).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#_ftnref1\" id=\"_ftn1\" rel='nofollow'>[1]<\/a> Dem Geschichtsjahrgang 2022 gewidmet. \/\/ Foto: (AM, geb. T)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" \/>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Russlands Rote Revolution. Ein Oktober mit vielen Gesichtern<\/strong><br>Eine (fiktive) Ausstellung an der Christian-Albrechts-Universit\u00e4t zu Kiel, sechs Werbefilme, phantasiereiche Begleittexte eines klassischen Proseminars sowie viele offene Fragen \u2013 ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr mehr k\u00fcnstlerische Freiheiten im universit\u00e4ren Geschichtsunterricht<br>Seminarleitung: <abbr title=\"Privatdozent\">PD<\/abbr> <abbr title=\"Doktor\">Dr.<\/abbr> J\u00f6rn Happel &#8212; Kiel, im Sommer 2019<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Am Anfang war die Revolution. Oder doch Marx?<\/strong><br>Zwei Lehrveranstaltungen widmeten sich im Sommersemester 2019 an der Christian-Albrechts-Universit\u00e4t zu Kiel den Geschehnissen rund um die Russische Oktoberrevolution von 1917. Das Proseminar zur Einf\u00fchrung in die Geschichtswissenschaften nahm sich der textuellen und fotografischen Quellen an und analysierte die Ereignisse aus der Perspektive der sie erlebenden Menschen. Die \u00dcbung zur Au\u00dferschulischen Didaktik stand vor der Herausforderung, eine Ausstellung \u00fcber die Revolution zu konzipieren \u2013 und f\u00fcr diese Werbung zu machen. So weit die Aufgaben. Die Ergebnisse werden hier vorgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Proseminararbeiteten die Studierenden begleitend zu den Seminarsitzungen an historischen Essays. Alles war erlaubt: das Verfassen eigener Tagebucheintr\u00e4ge fiktiver oder realer Personen zur Zeit der Revolution, wissenschaftliche Betrachtungen oder die Arbeit an einem Poetry-Slam. Wichtig war stets die R\u00fcckbindung an die Quelle. Das Vetorecht der Quellen wurde beschworen, hier mal freier, hier mal enger ausgelegt. Entstanden ist ein Potpourri an phantasiereichen Einblicken in das Russland der Revolution. Dabei blieb eine Frage bis zuletzt offen: Am Anfang war die Revolution. Oder doch Marx? <a href=\"https:\/\/dg.philhist.unibas.ch\/fileadmin\/user_upload\/dg\/Russlands_Rote_Revolution--Essays.pdf\" rel='nofollow'>Lesen Sie selbst\u2026<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwar sollte in der \u00dcbung eine Ausstellung konzipiert werden, doch im Mittelpunkt stand nicht die Ausstellung an sich, sondern wie man eine solche am besten bewerben k\u00f6nnte. Die Studierenden erarbeiteten ein Konzept, das diesem Zeitbild seinen Namen verlieh: \u201eRusslands Rote Revolution. Ein Oktober mit vielen Gesichtern\u201c. Waren diese sechs Gesichter endlich nach langen Diskussionen und vielf\u00e4ltiger Lekt\u00fcre gefunden, wurde ein Werbemittel gesucht. Wie Lenin und Trotzki schrieben wir dem Film die h\u00f6chste agitatorische Kraft zu. Lenin hatte einst formuliert: \u201eVon allen K\u00fcnsten ist f\u00fcr Russland meiner Meinung nach die wichtigste \u2013 das Kino.\u201c Wir drehten sodann Filmchen von maximal 1:50 Minute L\u00e4nge \u2013 Teaser, die potentiell Interessierte in eine Ausstellung gelockt h\u00e4tten. Die Spannbreite der Themen ist weit: die fr\u00fche Revolution\u00e4rin Vera Figner, der orthodoxe Patriarch Tichon, ein fiktiver Bauer auf der Suche nach seinem Platz im neuen Russland, die Revolution\u00e4rin par excellence Larissa Reissner, der Gegenrevolution\u00e4r Lavr Kornilov und zwei Quadrate auf ihrem Weg zur Erde (ein Animationsfilm nach El Lissitzky). Schauen Sie, staunen Sie selbst: <a href=\"https:\/\/dg.philhist.unibas.ch\/fileadmin\/user_upload\/dg\/Kornilov_Trailer.zip\" rel='nofollow'>Lavr Kornilov<\/a> \/ <a href=\"https:\/\/dg.philhist.unibas.ch\/fileadmin\/user_upload\/dg\/larissa_reissner.zip\" rel='nofollow'>Larissa Reissner<\/a> \/ <a href=\"https:\/\/dg.philhist.unibas.ch\/fileadmin\/user_upload\/dg\/Figner.zip\" rel='nofollow'>Vera Figner<\/a> \/ ein Bauer \/ <a href=\"https:\/\/dg.philhist.unibas.ch\/fileadmin\/user_upload\/dg\/Lissitzky__2_.zip\" rel='nofollow'>El Lissitzky<\/a> \/ <a href=\"https:\/\/dg.philhist.unibas.ch\/fileadmin\/user_upload\/dg\/Tichon2.zip\" rel='nofollow'>Patriarch Tichon<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Studierenden des Proseminars: Jonas Burmeister, Henri Giebeler, Felix Grage, Isabelle Heilmann, Merle zu Hoene, K\u00fcbra Koyun, Lennart Nagels, Anabel Pospiech, Broder S\u00f6hl, Paulina Hermine Stahr, Max Stolte, Roko Strize, Bennet Suttkus, Lena Tetzlaff, Neela Welge sowie Yella Susanne Nicklaus als studentische Tutorin.<br>Die Studierenden der \u00dcbung Jasmin Drogat, Ana Carolina Feij\u00f3, Jakob Goebel, Olesya Lemke, Fabian Schmuck und Leonard Lill als unser technisch-k\u00fcnstlerischer Berater.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Revolutionen! Petrograd 1917, Kiel 1918, Kron\u0161tadt 1921<\/strong><br>Revolutionen sind die Lokomotiven der Geschichte \u2013 schrieb Karl Marx im Jahre 1850. Wie sehr Revolutionen die geschichtliche Entwicklung umwarfen, wie sie in der Zeit interpretiert und sp\u00e4terhin umgedeutet wurden, diesen Fragen n\u00e4herten wir uns im Hauptseminar an der Universit\u00e4t Konstanz im Sommersemester 2018. Im Mittelpunkt standen drei strukturell, kulturell, \u00f6konomisch und national unterschiedliche Revolutionen in Petrograd, Kiel und Kron\u0161tadt. Doch als die Zentralmacht wankte, schlug in allen drei Untersuchungsorten die Stunde der Matrosen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was passierte auf den Stra\u00dfen, in den Werften, auf den Schiffen, in den Parlamenten w\u00e4hrend der Tage des Umbruchs? Hautnah wollten wir an den Ereignissen dran sein. Auf Grundlage dichter und intensiver Quellenarbeit verfassten die Studierenden deshalb Zeitungsreportagen. Sie versetzten sich als Journalistinnen und Journalisten zur\u00fcck nach Kiel, Petrograd und in die belagerte Festung Kron\u0161tadt, sie sprachen mit den Akteuren, berichteten ihren zeitgen\u00f6ssischen Lesern von den unglaublichen Ereignissen, vom Aufbegehren der Matrosen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir haben mithilfe der Reportagen eine fiktive Geschichte der Revolutionen verfasst. Dabei nahmen wir verschiedene Blickwinkel ein, so wie auch die damaligen Zeitungen politisch unterschiedliche Sichtweisen vertraten: Von der national-konservativen bis zur kommunistischen Zeitung ist bei uns jede politische Denkrichtung vertreten. Dadurch sind wir ebenfalls Teil einer Mediengeschichte, die sich kritisch mit der Rolle und den Einflussm\u00f6glichkeiten der Zeitungen befasst. Lesen Sie selbst: <a href=\"https:\/\/dg.philhist.unibas.ch\/fileadmin\/user_upload\/dg\/Revolutionen--Reportagen_aus_Petrograd_Kiel_und_Kronstadt--2018.pdf\" rel='nofollow'>So k\u00f6nnte es gewesen sein\u2026<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Konstanz, im August 2018, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Sch\u00f6nheit des Meeres. Die Erstbeschreibung des Aralsees 1848\/49 und das Russl\u00e4ndische Imperium<\/strong><br><strong>Universit\u00e4t Konstanz, WS 2017\/18<br><\/strong>Kapit\u00e4n Butakov und der Dichter und Maler \u0160ev\u010denko \u2013 zwei ungleiche M\u00e4nner mit der gleichen Vision: Die Erstbesegelung und -beschreibung des 1848\/49 noch fast unbekannten Aralsees, der im Russischen und Kasachischen aufgrund seiner gewaltigen Wasserfl\u00e4che als Meer bezeichnet wird. Beiden erschloss sich vor Ort, vor allem jedoch in den Zeichnungen des Ukrainers, die Sch\u00f6nheit des Meeres, die heute nach dem Austrocknen nicht einmal mehr zu erahnen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ausgehend von Butakovs Reisetagebuch hatte unser Oberseminar im Wintersemester 2017\/18 an der Universit\u00e4t Konstanz eine begleitende Reiselekt\u00fcre verfasst. Als Schreibwerkstatt konzipiert, entstanden in langen Lese- und Redaktionssitzungen sorgf\u00e4ltig bearbeitete und ausgew\u00e4hlte Texte. Der Stil mag unterschiedlich sein. Die Begeisterung f\u00fcr das Thema erfasste uns jedoch alle. Die Textarbeit war \u00e4u\u00dferst intensiv, viel musste gelesen, viel verworfen, viel umgeschrieben werden. <a href=\"https:\/\/dg.philhist.unibas.ch\/fileadmin\/user_upload\/dg\/Verwuestete_Schoenheit--final.pdf\" rel='nofollow'>Doch nur so gelang eine Reise zur\u00fcck in das Jahr 1848\/49, in das russische Asien, an die Ufer des Meeres, auf das Deck des Schoners \u201eKonstantin\u201c, neben die Staffelei \u0160ev\u010denkos\u2026 (pdf)<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Konstanz, im Februar 2018, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Teilungen Polens als transnationales Medienereignis<\/strong><br>\u201eNoch ist Polen nicht verloren\u201c, heisst es in der polnischen Nationalhymne von 1797. Doch zwei Jahre zuvor besiegelte die dritte Teilung Polens das Ende der staatlichen Eigenst\u00e4ndigkeit jenes Reichs, das seit dem Mittelalter immer wieder die europ\u00e4ische Geschichte mitbestimmt hatte. Doch Polen war mehr als nur ein Staat \u2013 der Glaube an Polen und an die Wiedererlangung seiner Staatlichkeit ging auch nach 1795 und nach dem Wiener Kongress 1814\/15 nicht verloren, wenngleich dieses Ziel erst nach dem Ersten Weltkrieg erreicht wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beobachtet von der \u201eWeltpresse\u201c waren die Teilungen transnationale Medienereignisse. Im Proseminar haben wir zeitgen\u00f6ssische Quellen vom Beginn des 18. Jahrhunderts bis zum Ende des Wiener Kongresses 1814\/15 analysiert. Stets schauten wir auf die internationale Berichterstattung in Zeitungen, Flugschriften oder auf Karikaturen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten in die Zeit zur\u00fcckreisen und aus den Quellen heraus journalistische Beitr\u00e4ge verfassen. Investigativ gingen die Studentinnen und Studenten vor: Sie berichten auf den folgenden Seiten \u00fcber einen Spaziergang mit Tadeusz&nbsp;Ko\u015bciuszkodurch Solothurn, \u00fcber die Nacht der ersten Teilung Polens aus der Sicht eines Juristen, \u00fcber das Gem\u00e4lde eines gescheiterten K\u00f6nigs, \u00fcber die Bauern an der weissrussischen Grenze, \u00fcber die Teilungen Polens als Sportereignis\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Zentrum aller Artikel stand die Rekonstruktion vergangener Lebenswelten. Erstellt wurden Zeitbilder, die auf Quellen fussend eine lebensweltliche Beschreibung und Analyse des von Aussen nach Polen getragenen Untergangs der alten Adelsrepublik erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schauen Sie selbst: <a href=\"https:\/\/dg.philhist.unibas.ch\/fileadmin\/user_upload\/dg\/Die_Teilungen_Polens--Basel_HS_2016.pdf\" rel='nofollow'>So k\u00f6nnte es gewesen sein \u2013&nbsp;die Teilungen Polens als transnationales Medienereignis\u2026&nbsp;(pdf)<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Basel, im Dezember 2016, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Proseminars.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Diplomaten-Netzwerke im Moskau der 1920er\/30er Jahre<\/strong><br>Im Proseminar zu den Diplomaten-Netzwerken wurden wieder Zeitbilder von den Studentinnen und Studenten erstellt, die einen beredten Einblick geben in das Alltagsleben von Menschen in der russischen Hauptstadt w\u00e4hrend der Neuen \u00d6konomischen Politik und des beginnenden Stalinismus. Im Zentrum stehen die Lebenswelten von Diplomatinnen und Diplomaten. Schauen Sie selbst: So k\u00f6nnte es gewesen sein&#8230; (pdf).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viel Spass beim Lesen w\u00fcnschen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie der Dozent.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Rus&#8216;. Osteuropa im 9. und 10. Jahrhundert<\/strong><br>Wer waren die Rus&#8216;? Wo und wie lebten sie im 9. und 10. Jahrhundert? Wer schrieb \u00fcber sie? Mit wem hatten sie Kontakt? Was arbeiteten, assen und tranken sie? Und wie bestatteten sie ihre Toten?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Zentrum meines Proseminars &#8222;Die Rus`. Osteuropa im 9. und 10. Jahrhundert&#8220; (Herbstsemester 2011) stand die Rekonstruktion vergangener Lebenswelten und das Erstellen von Zeitbildern. Hierbei orientierten wir uns an den Arbeiten von Carsten Goehrke (Russischer Alltag, 3. Bde., Z\u00fcrich 2003-2005). Wir untersuchten ein Semester lang Quellen von und \u00fcber die Rus&#8216;, wodurch &#8212; auf historischen Arbeiten fussend &#8212; eine Beschreibung des Alltags in der Rus&#8216; sowie der Gefahren und Herausforderungen, denen die Menschen im osteurop\u00e4ischen Mittelalter ausgesetzt waren, entstand. Kurz:&nbsp;<a href=\"https:\/\/dg.philhist.unibas.ch\/fileadmin\/user_upload\/dg\/Zeitbilder-PS-Rus-HS-2011-jh.pdf\" rel='nofollow'>So k\u00f6nnte es gewesen sein&#8230;&nbsp;(pdf)<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Jahrgang 2022 und die Enten in den Seminarr\u00e4umen. Eine historische Spurensuche Wie ich zu den kleinen bunten Enten kam. 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