{"id":475,"date":"2021-02-05T13:24:03","date_gmt":"2021-02-05T12:24:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hsu-hh.de\/hisfnz\/?page_id=475"},"modified":"2021-02-09T09:17:27","modified_gmt":"2021-02-09T08:17:27","slug":"studienexkursion-mitteldeutschland","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.hsu-hh.de\/hisfnz\/lehre\/studienexkursion-mitteldeutschland\/","title":{"rendered":"Studienexkursion Mitteldeutschland"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<p id=\"parent-fieldname-description\" class=\"documentDescription\"><strong>Im Fr\u00fchjahrstrimester 2011 hat eine Studienreise nach Mitteldeutschland stattgefunden.<\/strong><\/p>\n<p class=\"documentDescription\">Die Exkursion wurde von den Professuren\u00a0 der <span class=\"link-external\">Alten Geschichte<\/span> (<span class=\"highlightedGlossaryTerm\">Prof.<\/span> <span class=\"highlightedGlossaryTerm\">Dr.<\/span> Mei\u00dfner), der Mittelalterliche Geschichte (<span class=\"highlightedGlossaryTerm\">Prof.<\/span> <span class=\"highlightedGlossaryTerm\">Dr.<\/span> Selzer), der Fr\u00fchen Neuzeit (<span class=\"highlightedGlossaryTerm\">Prof.<\/span> <span class=\"highlightedGlossaryTerm\">Dr.<\/span> Nowosadtko) und der <span class=\"link-external\">Neueren Sozial-\/ Wirtschafts- und Technikgeschichte<\/span> (<span class=\"highlightedGlossaryTerm\">Prof.<\/span> <span class=\"highlightedGlossaryTerm\">Dr.<\/span> He\u00dfler) organisiert.<\/p>\n<p class=\"documentDescription\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"image-inline aligncenter\" title=\"Schilder\" src=\"https:\/\/web.hsu-hh.de\/fak\/geiso\/fach\/his-fnz\/forschung\/bildermitteldeutschl\/Titelbild_03.jpg\/@@images\/94e670b6-fbfb-4e18-b3bb-d759454b8dcf.jpeg\" alt=\"Schilder\" width=\"104\" height=\"157\" \/><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div>\n<p class=\"documentDescription\">Vorbereitend wurde ein epochen\u00fcbergreifendes Seminar veranstaltet. Im Mittelpunkt stand die Erkundung der <strong>Geschichtslandschaft \u201eMitteldeutschland\u201c<\/strong>. Der Terminus ist historisch nicht unbelastet, weshalb Reflexionen \u00fcber den geschichtswissenschaftlich wichtigen Begriff der Region ein wesentlicher Bestandteil des Seminars wie auch der Exkursion waren.<\/p>\n<p class=\"documentDescription\">Weiterhin wurden auch die Themen Geschichtsrezeption und -vermittlung behandelt. In der Organisation der Exkursion, die das theoretische Wissen durch praktische Anschauungen erg\u00e4nzen sollte, wurde Wert darauf gelegt, neben den touristischen bekannten Orten in Sachsen-Anhalt und Th\u00fcringen auch die versteckteren Sch\u00e4tze zu ber\u00fccksichtigen und mit Experten zu entdecken.<\/p>\n<p class=\"documentDescription\">Die Reise begann in <strong>Magdeburg<\/strong>. Hier stand die Besichtigung des Doms als \u00e4ltestes gotisches Bauwerk in Deutschland im Mittelpunkt. Besucht wurde die Grabst\u00e4tte Kaiser Ottos I.<\/p>\n<p class=\"documentDescription\">Ein zweiter Schwerpunkt des Besuchs in Magdeburg lag auf der Neueren Geschichte. Besichtigt wurde die Gedenkst\u00e4tte Moritzplatz, die zwischen 1945 und 1989 Stasi-Untersuchungshaftanstalt war. Nach einem Rundgang durch die Zellentrakte und der Vorf\u00fchrung des Dokumentarfilms \u201eGesicht zur Wand\u201c \u00fcber die 15 j\u00e4hrige politische Haft Melanie Kollatzschs, fand eine eindringliche und emotionale Begegnung sowie eine angeregte Diskussion mit der heute 80j\u00e4hrigen statt.<\/p>\n<p class=\"documentDescription\">Am Abend wohnte die Exkursionsgruppe einem eher zeitgen\u00f6ssischen Ereignis im Kulturzentrum Magdeburg bei: der Live-\u00dcbertragung des WM-Spiels Deutschland\u2013Argentinien, das als Ereignis zumindest in die Geschichte des Fu\u00dfball-Sports eingegangen ist.<\/p>\n<p class=\"documentDescription\">Die n\u00e4chste Station war die <strong>Lutherstadt Wittenberg<\/strong>, wo die gesamte Gruppe in den Geb\u00e4uden der alten Universit\u00e4t Leucorea untergebracht war. Als eines der Zentren der Reformation erlangte die Stadt im 16. Jahrhundert gro\u00dfe Bedeutung. Auf dem Programm stand die Besichtigung des Lutherhauses, der Stadt- und Schlosskirche, die heute historische Reformationsgedenkst\u00e4tten sind.<\/p>\n<p class=\"documentDescription\">Einen Abstecher in die Geschichte der modernen Architektur unternahm die Gruppe im Anschluss mit einem Besuch <strong>Dessaus<\/strong>. Dort wurde nicht nur die Kunst-, Design- und Architekturschule Bauhaus (1920er\/ 1930er Jahre) besichtigt, auf dem Programm stand auch eine F\u00fchrung durch die sogenannten \u201eMeisterh\u00e4user\u201c, die Einblicke in die Arbeiten der Bauhaus-Pioniere Walter Gropius (1883 &#8211; 1969) und Ludwig Mies van der Rohe (1886 &#8211; 1969) gab.<\/p>\n<p class=\"documentDescription\">Der im Kontrast dazu stehende Garten- und Landschaftsbau des 18. Jahrhunderts konnte danach sehr sch\u00f6n bei einem Spaziergang durch den W\u00f6rlitzer Parks erkundet werden, der als Teil des Dessau-W\u00f6rlitzer Gartenreiches zum UNESCO-Weltkulturerbe geh\u00f6rt und bei dem es sich unbedingt empfiehlt, M\u00fcckenschutz nicht zu vergessen, was ein Gro\u00dfteil der Gruppe schmerzlicherweise erfahren musste.<\/p>\n<p class=\"documentDescription\">Nach diesen Eindr\u00fccken ging es mit dem Bus weiter nach <strong>Halle<\/strong>, um dort die Franckeschen Stiftungen zu besuchen. Diese wurden 1695 als Waisenhaus- und Reformschulprojekt vom pietistischen Theologen August Hermann Francke gegr\u00fcndet und sind heute der gr\u00f6\u00dfte erhaltene Fachwerkbaukomplex Europas. Geb\u00e4ude, Bibliothek, Kunst- und Naturalienkammer, letztere eine der wenigen vollst\u00e4ndig erhalten gebliebenen, gaben spannende Einblicke in den bis heute wirksamen Bildungskosmos der Stiftung.<br \/>\nAls Zentrum der deutschen Aufkl\u00e4rung gilt die 1694 gegr\u00fcndete Universit\u00e4t Halle, die die Gruppe ebenfalls besuchte.<\/p>\n<p class=\"documentDescription\">Um den Strukturwandel der Region nach der Wende zu verdeutlichen, ging es weiter nach Halle-Neustadt, das exemplarisch f\u00fcr die sozialistische Stadtplanung sowie Architektur steht und urspr\u00fcnglich als \u201eChemiearbeiterstadt\u201c geplant war.<\/p>\n<p class=\"documentDescription\">Als besonderes Hightlight wurde\u00a0 in Halle zudem die Marienbibliothek besucht &#8211; die \u00e4lteste protestantische Kirchenbibliothek der Welt, die kaum bekannt ist und somit einen echten Schatz darstellt.<\/p>\n<p class=\"documentDescription\">Im Landesmuseum konnte danach ein erst 1999 entdecktes historischen Objekt von Weltrang bestaunt werden: die Himmelsscheibe von Nebra aus der Bronzezeit. Und im Robertinum, der Lehrsammlung der Universit\u00e4t Halle, wurden abschlie\u00dfend noch Beispiele antiker Kunst besehen.<\/p>\n<p class=\"documentDescription\">Nach dem geschichts-intensiven Besuch der Saale-Stadt wurde auch die anschlie\u00dfende Heimreise nach Hamburg mit einem Zwischenstopp in <strong>Bad Frankenhausen<\/strong> und einem Besuch des Panorama-Museums noch sinnvoll genutzt. Das dort zu sehende Panoramabild des Leipziger Malers und Kunstprofessors Werner T\u00fcbke verdeutlichte die Lesart des Bauernkrieges als \u201eFr\u00fchb\u00fcrgerliche Revolution\u201c in der DDR-Geschichtsschreibung.<\/p>\n<p class=\"documentDescription\">Den endg\u00fcltigen Abschluss der Reise bildete dann ein kleiner Abstecher ins Kyffh\u00e4user Mittelgebirge, wo sich die Ruinen der <strong>Reichsburg Kyffhausen<\/strong> befinden, die Ende des 19. Jahrhunderts durch das Denkmal zu Ehren Kaiser Wilhelms I. erg\u00e4nzt wurden, dem drittgr\u00f6\u00dften derartigen Bauwerk in Deutschland.<\/p>\n<p class=\"documentDescription\"><img decoding=\"async\" class=\"image-inline aligncenter\" title=\"Marienbibliothek\" src=\"https:\/\/web.hsu-hh.de\/fak\/geiso\/fach\/his-fnz\/forschung\/bildermitteldeutschl\/Marienbibliothek_01.jpg\/@@images\/3a362f4e-cfa1-4ef8-b41b-1ab838735a23.jpeg\" alt=\"Marienbibliothek\" \/><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Fr\u00fchjahrstrimester 2011 hat eine Studienreise nach Mitteldeutschland stattgefunden. 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