{"id":423,"date":"2021-01-28T14:00:38","date_gmt":"2021-01-28T13:00:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hsu-hh.de\/hisfnz\/?page_id=423"},"modified":"2021-01-28T14:01:02","modified_gmt":"2021-01-28T13:01:02","slug":"archivalische-und-administrative-praxis-im-fruehneuzeitlichen-militaer-der-nachlass-des-hannoverschen-generalkriegskommissars-thomas-eberhard-von-ilten-1685-1758","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.hsu-hh.de\/hisfnz\/forschung\/archivalische-und-administrative-praxis-im-fruehneuzeitlichen-militaer-der-nachlass-des-hannoverschen-generalkriegskommissars-thomas-eberhard-von-ilten-1685-1758\/","title":{"rendered":"Archivalische und administrative Praxis im fr\u00fchneuzeitlichen Milit\u00e4r: Der Nachlass des hannoverschen Generalkriegskommissars Thomas Eberhard von Ilten (1685-1758)"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Im Rahmen des Forschungsvorhabens wird der Nachlass des kurhannoverschen Offiziers, Beamten und Generalkriegskommissars Thomas Eberhard von Ilten erschlossen. Auf Grundlage seiner Grundlage sollen au\u00dferdem in einer mikrogeschichtlicher Perspektive die archivalische und administrative Praxis im fr\u00fchneuzeitlichen Milit\u00e4r untersucht werden. Der Nachlass befindet sich in der Handschriftenabteilung der <a href=\"http:\/\/www.gwlb.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Bibliothek in Hannover<\/a> (GWLB). Der Nachlass besteht im Wesentlichen aus einer 54-b\u00e4ndigen <em>Sammlung von Kriegskommissariat und Landt-Sachen<\/em>, die von einer ann\u00e4hernd 1000 Seiten umfassenden Geschichte des hannoverschen Milit\u00e4rs bis zum Jahr 1738 eingeleitet und strukturiert wird. F\u00fcr die Erforschung von Milit\u00e4r, Verwaltung und vormoderner Staatlichkeit, sowie die nieders\u00e4chsische Landesgeschichte besitzt der Nachlass h\u00f6chsten Quellenwert. Neben Akten zur Milit\u00e4rverwaltung finden sich in der Sammlung unter anderem Ausz\u00fcge aus seiner Korrespondenz, Unterlagen zur Gutsverwaltung und Gelegenheitsschriften anderer Autoren, wie zum Beispiel die Memoiren des sp\u00e4teren hannoverschen Generalleutnants Alexander von der Schulenburg (1662-1733) aus den Gro\u00dfen T\u00fcrkenkrieg, eine Abschrift des Tagebuchs des hannoverschen F\u00e4hnrichs Dietrich Joachim Zehe (1655-1727), ebenfalls aus dem Gro\u00dfen T\u00fcrkenkrieg sowie dessen Lebenserinnerungen und eine Denkschrift des hannoverschen Artillerieobersten Johann Jacob von Br\u00fcckmann (1680-1750) mit Verbesserungsvorschl\u00e4gen f\u00fcr die hannoversche Armee von 1740. In einem ersten Schritt wird der Nachlass Thomas Eberhard von Iltens durch die GWLB katalogisiert und im Rahmen einer Tiefenerschlie\u00dfung \u00fcber <a href=\"https:\/\/kalliope-verbund.info\/DE-611-BF-6523\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kalliope<\/a> zug\u00e4nglich gemacht. Dies umfasst auch die achtb\u00e4ndige Korrespondenz des Vaters Jobst Hermman von Ilten (1649-1730, hannoverscher Diplomat und Direktor der Kriegskanzlei), das dreib\u00e4ndige Tagebuch des Bruders Ernst August von Ilten (1683-1740, hannoverscher Hofrichter) und drei B\u00e4nde mit Korrespondenz des Bruders Johann Georg von Ilten (1688-1749, hannoverscher General-Leutnant). Eine Online Edition der Geschichte soll perspektivisch zus\u00e4tzliche M\u00f6glichkeiten der Erschlie\u00dfung des Nachlasses er\u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Aus milit\u00e4r- und verwaltungsgeschichtlicher Sicht ist Iltens Geschichte des hannoverschen Milit\u00e4rs\u00a0 in dreierlei Hinsicht von besonderer Bedeutung: Erstens erm\u00f6glicht die relativ dichte \u00dcberlieferung von Akten der Milit\u00e4rverwaltung in der Sammlung von Iltens, einen Einblick in das administrative Handeln der Akteure des hannoverschen Milit\u00e4rs und der Kriegsverwaltung. In der Zusammenschau von Akten und historischem Narrativ kann die Logik fr\u00fchneuzeitlichen Verwaltungshandelns praxeologisch nachvollzogen werden. Damit tritt das konkrete Handeln der Akteure in den Vordergrund und kann in seiner Eigenlogik erfasst werden, anstatt es von seinen normativen und institutionellen Rahmenbedingungen her zu deuten. Zweitens wird in Iltens Geschichte die enge Verflechtung zwischen fr\u00fchneuzeitlichem Milit\u00e4r und Staatlichkeit deutlich. Dies erlaubt es, sich von der in der Literatur vorherrschenden Vorstellung von der Dichotonomie von Milit\u00e4r und Gesellschaft zu l\u00f6sen und stattdessen die Hybridit\u00e4t fr\u00fchneuzeitlicher Staatlichkeit genauer zu erfassen. F\u00fcr die Milit\u00e4rgeschichte schlie\u00dflich erlaubt Iltens Geschichte des hannoverschen Milit\u00e4r, die oft dominante Sichtweise des kommandierenden Offiziers im Feld und die damit einher gehende Verengung auf milit\u00e4rische Operationen zu \u00fcberwinden. Stattdessen r\u00fcckt nun durch den Blick des Milit\u00e4radministrators die oft vernachl\u00e4ssigte Rolle milit\u00e4rischer Verwaltung, Logistik und Infrastrukturen in Kriegen der Fr\u00fchen Neuzeit sowie deren materiellen Grundlagen st\u00e4rker in den Fokus.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen des Forschungsvorhabens wird der Nachlass des kurhannoverschen Offiziers, Beamten und Generalkriegskommissars Thomas Eberhard von Ilten erschlossen. 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