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Legitimität in einer multidimensionalen Welt

26. Okt - 27. Okt

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Interdisziplinäre Tagung

Legitimität ist ein schillernder und zugleich wichtiger Begriff. Schillernd schon deswegen, weil es in einer Zeit der fortgeschrittenen Globalisierung nicht mehr nur der Nationalstaat ist, dessen Rechtsetzung sich gegenüber den eigenen Bürgern als legitim erweisen muss; Legitimitätsansprüche werden vielmehr auch an die EU, an internationale Organisationen oder an manche private Akteure wie etwa große Internetkonzerne gestellt. Schillernd ist der Legitimitätsbegriff auch deswegen, weil sein Anwendungsbereich nicht auf das Recht beschränkt ist; so kann auch in Bezug auf soziale Normen die Frage gestellt werden, ob sie legitim sind. Versucht man, sich der Bedeutung des Legitimitätsbegriffs zu nähern, dann changiert diese zwischen der deskriptiv festzustellenden faktischen Anerkennung und der präskriptiven Dimension der Anerkennungswürdigkeit von Normen.

Wichtig ist der Legitimitätsbegriff deswegen, weil Legitimität eine grundlegende Voraussetzung des regelorientierten Interagierens von Menschen darstellt. Da bloßer Zwang als Grund der Regelbefolgung nicht nur unmoralisch, sondern auch – jedenfalls auf Dauer gesehen – faktisch untauglich ist, müssen funktionsfähige Normen legitim sein und muss das Zusammenleben von Menschen auf legitimen Normen basieren. Diese Legitimität wird heute vielfach in Frage gestellt; im extremen Fall von „Reichsbürgern“, aber auch in der alltäglichen politischen Auseinandersetzung oder in Diskussionsforen im Internet.

Ziel der Tagung ist eine Annäherung an den Legitimitätsbegriff aus verschiedenen Richtungen. Vortragende aus den Disziplinen Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft, Ethnologie, Soziologie und Philosophie legen ihre jeweilige Sichtweise auf „Legitimität“ dar und diskutieren miteinander und mit dem Publikum. Der interdisziplinäre Austausch soll zu einem besseren Verständnis der Bedeutung und der Funktion von Legitimität führen und aufzeigen, unter welchen Bedingungen sie hergestellt und bewahrt werden kann.


Programm

Freitag, 26.10.2018

ab 12:30 Uhr
Registrierung

13:30 Uhr
Begrüßung

13:40–14:00 Uhr
Prof. em. Dr. Rüdiger Voigt (Politikwissenschaft, Herausgeber der Buchreihe „Staatsverständnisse“)
Einleitende Bemerkungen zum Thema der Tagung und zur Reihe „Staatsverständnisse“

14:00–14:20 Uhr
Prof. Dr. Andreas Funke (Rechtswissenschaft)
Bestrittene Legitimität: Der Umgang deutscher Gerichte mit „Reichsbürgern“

14:20–14:40 Uhr
Prof. em. Dr. Hermann Amborn (Ethnologie)
Schaffung von Normen und deren Geltung durch herrschaftsfreie Diskurse am Beispiel polykephaler Gesellschaften in Afrika und Indonesien

14:40–15:10
Reflexion

15:10–15:30 Uhr
Kaffeepause

15:30–15:50 Uhr
Prof. Dr. Utz Schliesky (Rechtswissenschaft)
Legitimität: Historischer Rückblick und Ausblick in die digitale Zukunft

15:50–16:10 Uhr
PD Dr. Anna Katharina Mangold (Rechtswissenschaft)
Demokratische Legitimität und Gleichheit

16:10–16:40 Uhr
Reflexion

16:40–17:00 Uhr
Kaffeepause

17:00–17:20 Uhr
Prof. Dr. Sergio Dellavalle/Dr. Eva Birkenstock (Staatswissenschaft)
Legitimität im nationalen, supranationalen und internationalen Kontext. Herleitung der Anforderungen des Legitimitätsbegriffs in der postnationalen Konstellation

17:20–17:40 Uhr
Dr. Ulf Kemper (Politikwissenschaft)
Repräsentation, Deliberation und Direktdemokratie als konkurrierende Legitimitätsquellen. Auf der Suche nach Legitimität in der neuen politischen Raumordnung

17:40–18:10 Uhr
Reflexion

19:30 Uhr
Gemeinsames Abendessen der Vortragenden


Samstag, 27.10.2018

09:00–09:20 Uhr
Dr. Lando Kirchmair (Rechtswissenschaft)
Legitimität und Realität. Vorüberlegungen zu einer interdisziplinären Legitimitätskonzeption für das EU-Rechts­staat­lich­keits­ver­fah­ren gemäß Artikel 7 EUV

09:20–09:40 Uhr
Dr. Peter Seyferth (Politikwissenschaft)
Wenn der Staat prinzipiell illegitim ist, welche politische Struktur kann dann überhaupt legitim sein? Versuch über die Legitimität eines „anarchistischen Staats“

09:40–10:10 Uhr
Reflexion

10:10–10:30 Uhr
Kaffeepause

10:30–10:50 Uhr
Prof. Dr. Roland Lhotta (Politikwissenschaft)
Wem gehört die Verfassung?

10:50–11:10 Uhr
PD Dr. Tobias Herbst (Rechtswissenschaft)
Die Bedeutung konsensualer Verfasstheit für die Legitimität von Normen

11:10–11:40 Uhr
Reflexion

11:40–13:30 Uhr
Mittagspause

13:30–13:50 Uhr
Dr. Sabrina Zucca-Soest (Politik- und Rechtswissenschaft)
Legitimität als Anerkennungswürdigkeit. Entwicklung von Legitimität als präskriptive Kategorie

13:50–14:10 Uhr
Prof. Dr. Benno Zabel (Rechtswissenschaft)
Legitime Ordnung und politische Theologie. Carl Schmitts Rechtskritik und ihre gegenwärtige Rezeption

14:10–14:40 Uhr
Reflexion

14:40–15:00 Uhr
Kaffeepause

15:00–16:00 Uhr
Synthese


Tagungsprogramm „Legitimität“

 

Details

Beginn:
26. Okt
Ende:
27. Okt
Veranstaltungkategorie:
Veranstaltung-Tags:
, ,
Website:
http://www.tobias-herbst.de/Legitimitaet.htm

Veranstaltungsort

Thomas-Ellwein-Saal
Gebäude M1

Veranstalter

Dr. Sabrina Zucca-Soest
PD Dr. Tobias Herbst