{"id":1314,"date":"2024-10-30T09:46:33","date_gmt":"2024-10-30T08:46:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hsu-hh.de\/bep\/?page_id=1314"},"modified":"2025-02-03T23:35:13","modified_gmt":"2025-02-03T22:35:13","slug":"krieg","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.hsu-hh.de\/bep\/krieg\/","title":{"rendered":"Krieg!"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">19. bis 21. M\u00e4rz 2025 | Tagung |<\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Filmische Inszenierungen in der audiovisuellen Medienkultur<\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Eine Tagung der DGS-AG \u00bbFilmsoziologie\u00ab in Kooperation mit der Helmut-Schmidt-Universit\u00e4t und der Universit\u00e4t Hamburg<br>Helmut-Schmidt-Universit\u00e4t \/ Universit\u00e4t der Bundeswehr Hamburg\u2028<br>Holstenhofweg 85, 22043 Hamburg, Thomas-Ellwein-Saal im Mensageb\u00e4ude, 19.\u201321. M\u00e4rz 2025<\/p>\n\n\n\n<p>In seinem Buch Krieg und Kino besch\u00e4ftigt sich Paul Virilio grundlegend mit dem Zusammenhang von film- und milit\u00e4rtechnischen Entwicklungen und stellt die Behauptung auf, \u00bbKrieg ist Kino und Kino ist Krieg\u00ab (1986, S. 47). In dieser medienkritischen Betrachtung zeigt Virilio, auf welche Weise moderne Waffensysteme auf der zunehmenden Verbesserung von Sichtbarkeiten beruhen und wie eine auf Visualit\u00e4t basierende Kriegf\u00fchrung die eigentlichen Kriegshandlungen zunehmend in die r\u00e4umliche Distanz r\u00fccke und damit die Opfer unsichtbar mache und letztlich die Schrecken des Krieges \u203aentrealisiere\u2039. Umgekehrt wird in der Argumentation die Filmkamera zu einer Waffe im Kampf um das angemessene Bild stilisiert \u2013 Walter Benjamin dagegen bezeichnet in seinem ber\u00fchmten Kunstwerk-Aufsatz (1935\/36) diese als chirurgisches Instrument, das in K\u00f6rper eindringe \u2013, die Gewalt bez\u00fcglich der Zurichtung ihres Bildsujets in Form des richtigen \u201aSchusses\u2018 aus\u00fcbe. Krieg und Kino beruhen demzufolge auf einem Wechselspiel von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit. Das Filmische und audiovisuelle Bilder stehen mit kriegerischen Handlungen in einem vielfach spannungsreichen Verh\u00e4ltnis.<br>In Zeiten multipler Krisen r\u00fccken Krieg und kriegerische Konflikte wieder st\u00e4rker in den \u00f6ffentlichen Aufmerksamkeits- und Wahrnehmungsbereich westlicher Gesellschaften und scheinen hier eine realer werdende M\u00f6glichkeit darzustellen. Ob Ukraine, Gaza oder die permanenten Spannungen zwischen Nord- und S\u00fcdkorea, ob Taiwan-Konflikt oder die Unruhe-Herde in Nahost und Afrika \u2013 die Welt erscheint unsicherer denn je. Auch wenn in Zeiten des so genannten \u201aKalten Krieges\u2018 nach dem 2. Weltkrieg und dem Schrecken der nationalsozialistischen Herrschaft der Krieg nie verschwunden war und in Form so genannter \u201aStellvertreter-Kriege\u2018 in anderen Weltregionen oder mit dem Ex-Jugoslawien-Krieg sogar auf europ\u00e4ischem Boden stattfand, so hoffte man doch lange Zeit vor dem Hintergrund von Globalisierungsprozessen und weltweiter Verflechtung wirtschaftlicher Interessen, dass sich gr\u00f6\u00dfere Konflikte durch Friedensdiplomatie und \u00f6konomischen Wohlstand l\u00f6sen lie\u00dfen.<br>Die ver\u00e4nderte Wahrnehmung von Kriegsszenarien wurde und wird immer wieder von neuen medialen Techniken gepr\u00e4gt, die einerseits als Kriegsinstrumente zur Schlachtfeldaufkl\u00e4rung oder f\u00fcr Propagandazwecke genutzt werden und andererseits zur Darstellung von Krieg, die sich am zeitgen\u00f6ssischen medialen Erfahrungshorizont des Publikums orientiert und damit immer wieder erneuert; auch \u00e4ltere Kriegsereignisse werden durch immer wieder neue mediale Darstellungen \u00fcberformt (der 1. Weltkrieg in Farbe durch KI bearbeitetes s\/w-Bild-Material <abbr title=\"und so weiter\">usw.<\/abbr>)<br>Medien stehen in einer vielschichtigen Wechselbeziehung zu Kriegsereignissen und folgen einer eigenen Dynamik. Unsere Tagung sp\u00fcrt dem Zusammenhang von Krieg und Bewegungsbildmedien in ihrer gro\u00dfen Bandbreite nach und beleuchtet die mediale Wahrnehmung von Krieg genauer.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b7<\/p>\n\n\n\n<p>Programm und Anmeldeformular als <a href=\"https:\/\/www.hsu-hh.de\/bep\/wp-content\/uploads\/sites\/846\/2025\/02\/Programm_Anmeldung_Krieg_2025_fin.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">PDF: hier<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b7<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Tagungsprogramm<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mittwoch<\/strong> \u2013 19.3.2025<br><br>ab 12.30 Uhr Get Together im Foyer des Mensageb\u00e4udes<br>13 Uhr Begr\u00fc\u00dfung durch den Pr\u00e4sidenten der <abbr title=\"Helmut Schmidt Universit\u00e4t\">HSU<\/abbr> <abbr title=\"Professor\">Prof.<\/abbr> <abbr title=\"Doktor\">Dr.<\/abbr> Klaus Beckmann<br>und durch die Organisatoren Carsten Heinze, Olaf Sanders und Thomas Weber<\/p>\n\n\n\n<p><em>13.30\u201315.45 Uhr Panel 1<\/em><br>Oliver Dimbath, Universit\u00e4t Koblenz\u2028: Befehlsverweigerung. Mikrosoziologische Untersuchung zum soldatischen Ungehorsam im Kriegsfilm<br>Jan Weckwerth, Georg-August-Universit\u00e4t G\u00f6ttingen:\u2028 No War But Class War? Verteilungs- und Ressourcenk\u00e4mpfe in dystopischen (kriegerischen) Gesellschaften<br>Drehli Robnik, Wien-Erdberg\u2028: Ge(g)nerisches im Kino: Krieg als Spielfilmbetriebs-Routine, in der Politik ausbrechen kann<\/p>\n\n\n\n<p><br>[Kaffeepause]<\/p>\n\n\n\n<p><br><em>16\u201318.15 Uhr Panel 2<\/em><br>Rasmus Greiner, Universit\u00e4t Bremen\u2028: Im Netz der Bilder. Der Kriegsfilm im Zeitalter der Medienimmanenz<br>Martin Holtz, Universit\u00e4t Graz\u2028: Montage vs. Plansequenz: Der Krieg und der Schnitt in <em>Dunkirk<\/em> und <em>1917<\/em><br>Kathrin Dreckmann, Heinrich-Heine-Universit\u00e4t D\u00fcsseldorf\u2028: Wer verhindert den Krieg in Korea? Musealisierungsstrategien als milit\u00e4risches Propagandainstrument in S\u00fcdkorea.<br><br>18.20\u201318.50 Uhr, Remote Lecture Vorstellung der Arbeit von Forensic Architecture<br><br>19\u201322 Uhr gemeinsames Abendessen im Kasino (GHG)<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Donnerstag<\/strong> \u2013 20.3.2025<br><br>9.00\u201310.30 Uhr Panel 3<br>Anja Peltzer, Universit\u00e4t Mannheim\u2028: Haunted Heros. Zur agonalen \u00c4sthetik des Kriegshelden im Film und beyond.<br>Christian Hi\u00dfnauer, HU Berlin\u2028: Opferdiskurse \u2013 Perspektiven auf den Krieg(sfilm)<br><\/p>\n\n\n\n<p>[Kaffeepause]<br><\/p>\n\n\n\n<p><em>10.45\u201312.15 Uhr Panel 4<\/em><br>Marcus Stiglegger, Mainz\u2028: Der Kriegsfilm als Medium der Erinnerung<br>Lars Nowak, FAU Erlangen-N\u00fcrnberg: \u2028Erotisierte Destruktion. Krieg in den Filmmusicals Busby Berkeleys<br><br>Gemeinsames Mittagessen in der \u00bbTruppenk\u00fcche\u00ab (Mensa)<\/p>\n\n\n\n<p><br><em>13.15\u201315.30 Uhr Panel 5.1<\/em><br>Christian Drobe, Masaryk-Uiversit\u00e4t Brno\/CZ, und John Palatini, Halle\u2028: Der Botschafter als Held. Die filmische Inszenierung von Kriegsgefangenschaft in <em>My Four Years in Germany <\/em>als Beispiel des American Exceptionalism<br>Chantal Sohrwardy, <abbr title=\"Technische Universit\u00e4t\">TU<\/abbr> Dresden\u2028: Kameradschaft in Kriegsfilmen 1914\u20131938<br>Frank M\u00f6ller, Universit\u00e4t Greifswald\u2028: Wie inszeniert man einen verlorenen Krieg? Sinngebung des Krieges im Film<em> Unternehmen Michael<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><br><em>Parallel Panel 5.2<\/em><br>Joan Bleicher, Universit\u00e4t Hamburg: Werbung f\u00fcr den Krieg? Die Rekruten \u2013 Webserien als Online-PR<br>Tanja Hojahn, Universit\u00e4t Regensburg\u2028: War Nurse. Darstellungen der Kriegserfahrungen von Frauen in Spielfilmen<br>Roger Behrens, <abbr title=\"Helmut Schmidt Universit\u00e4t\">HSU<\/abbr> Hamburg\u2028: Zur Kritik von Krieg und Kulturindustrie<\/p>\n\n\n\n<p><br>[Kaffeepause]<\/p>\n\n\n\n<p><br>16\u201317.30 Uhr Panel 6.1<br>Heinz Hiebler, Universit\u00e4t Hamburg: Das Dilemma der Wahrheit am Beispiel von Brian de Palmas <em>Redacted<\/em> (USA\/Kanada 2007)<br>Lars C. Grabbe, MSD\/FH M\u00fcnster\u2028: Kriegsraum als \u00bbK\u00f6rperraum\u00ab. Die verk\u00f6rperte Visualisierung des Krieges im Kontext von Virtual Reality<\/p>\n\n\n\n<p><br><em>Parallel Panel 6.2<\/em><br>Jasmin Kermanchi, Universit\u00e4t Hamburg\u2028: Playing Information War. Gamification gegen Desinformationsnarrative \u00fcber den Ukraine-Krieg am Beispiel der interaktiven Webdokumentation <em>Trolls vs Elves<\/em><br>Isabel Kusche, Universit\u00e4t Bamberg\u2028: Technologie der Zukunft: Die audiovisuelle Inszenierung der Nutzung von Augmented Reality in milit\u00e4rischen Konflikten<br><br>17.45\u201318.30 Uhr Vorabendvortag\u2028 \u2013 Rainer Winter, Alpen-Adria-Universit\u00e4t Klagenfurt: \u2028Kritik der Gewalt. <em>Cross of Iron<\/em> als Antikriegsfilm<br><br>[Tagesabschluss bei einem gemeinsamen Abendessen f\u00fcr Selbstzahler in der N\u00e4he der HSU]<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Freitag<\/strong> \u2013 21.3.2025<br><br><em>9\u201311.15 Uhr Panel 7<\/em><br>Lisa-Marie Wohlfahrt, Universit\u00e4t der Bundeswehr M\u00fcnchen\u2028: Bundeswehr meets TikTok \u2013 Social Media Kampagnen zwischen Realit\u00e4t und Verharmlosung<br>Judith Reinbold, Zeppelin Universit\u00e4t Friedrichshafen\u2028: Das Milit\u00e4r als Friedensstifter: Zur audiovisuellen Selbstinszenierung der Bundeswehr im Einsatz f\u00fcr die UN-Friedenmission MINUSMA<br>Martha-Lotta K\u00f6rber, CAU Kiel\u2028: Krieg als Challenge: Das Marketing der Bundeswehr im Dispositiv Sozialer Medien<br><br>[Kaffeepause]<br><br><em>11.30\u201313.45 Uhr Panel 8<\/em><br>Martin Scholz, FH Hannover\u2028: Kriegsfilme \u2013 \u00dcberlegungen zur medialen Konstruktion authentischer Erlebnisse<br>Werner Suppanz, Universit\u00e4t Graz\u2028: \u00bbSay, Death to America!\u00ab. Die Repr\u00e4sentation von Kriegsberichterstattung am Beispiel von \u00bbThank You for Bombing\u00ab<br><br>14.00 Uhr Abschluss der Tagung<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b7<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Anmeldung<\/p>\n\n\n\n<p>Tagungsgeb\u00fchr: 60 Euro.<br>Anmeldung bis sp\u00e4testens 26. Februar 2025 per Mail an:<br>carsten.heinze@uni-hamburg.de<\/p>\n\n\n\n<p>Bitte nutzen Sie das Formular <a href=\"https:\/\/www.hsu-hh.de\/bep\/wp-content\/uploads\/sites\/846\/2025\/02\/Programm_Anmeldung_Krieg_2025_fin.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier [PDF]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b7<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Organisation<\/p>\n\n\n\n<p><abbr title=\"Privatdozent\">PD<\/abbr> <abbr title=\"Doktor\">Dr.<\/abbr> Carsten Heinze, Universit\u00e4t Hamburg, <br><abbr title=\"Professor\">Prof.<\/abbr> <abbr title=\"Doktor\">Dr.<\/abbr> Olaf Sanders, Helmut-Schmidt-Universit\u00e4t,<br><abbr title=\"Professor\">Prof.<\/abbr> <abbr title=\"Doktor\">Dr.<\/abbr> Thomas Weber, Universit\u00e4t Hamburg<\/p>\n\n\n\n<p>\u00b7<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Anfahrt<\/p>\n\n\n\n<p>Anreise ab Hauptbahnhof: Bus X35 (&gt;Sorenkoppel), S1 \u00fcber Wandsbeker Chaussee oder U1 \u00fcber Wandsbek-Markt; ab Wandsbeker Chaussee: Bus X22 (&gt;Jenfeld Zentrum), ab Wandsbek-Markt au\u00dferdem die Buslinien 10, 162 &amp; 263. F\u00fcr den Zutritt zum Campus ben\u00f6tigen Sie einen amtlichen Lichtbildausweis.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>19. bis 21. 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