{"id":139,"date":"2020-01-16T11:26:27","date_gmt":"2020-01-16T10:26:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.hsu-hh.de\/afb\/?page_id=139"},"modified":"2020-01-16T11:26:56","modified_gmt":"2020-01-16T10:26:56","slug":"ablauf-einer-fmo","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.hsu-hh.de\/afb\/startseite\/fuehrungsbegleitung-als-militaerisches-coaching\/ablauf-einer-fmo\/","title":{"rendered":"Ablauf einer FMO"},"content":{"rendered":"<p>S\u00e4mtliche Coachingprozesse im Rahmen der FMO gehen von Angeh\u00f6rigen eines milit\u00e4rischen Verbands, einer Einheit, eines Teams o.\u00e4. auf Anfrage aus. Die Teilnehmer stehen in der Regel in F\u00fchrungsverantwortung, k\u00f6nnen sich jedoch auch in Fachverwendungen befinden. Die Teilnahme an der FMO ist ausdr\u00fccklich freiwillig, und dies erkl\u00e4rt jeder Teilnehmer zu Beginn der FMO schriftlich. Alle Inhalte, Prozesse und Vorgehensweisen werden vertraulich behandelt, eine Verwendung f\u00fcr dienstliche Zwecke oder gar Beurteilungen o.\u00e4. wird ausdr\u00fccklich ausgeschlossen. Im Unterschied zur zivilen Praxis sind es \u00fcberwiegend Gruppen, deren Teilnehmer zeitgleich gecoacht werden. Die Institution, die das Coachingkonzept entwickelt hat und verantwortlich durchf\u00fchrt, ist das \u201eZentrum Innere F\u00fchrung der Bundeswehr\u201c (Koblenz).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-140\" src=\"https:\/\/www.hsu-hh.de\/afb\/wp-content\/uploads\/sites\/836\/2020\/01\/Folie1-300x225.jpg\" alt=\"Darstellung Ablauf einer FMO\" width=\"451\" height=\"338\" data-credit=\"Arbeitsbereich F\u00fchrungsbegleitung\" srcset=\"https:\/\/www.hsu-hh.de\/afb\/wp-content\/uploads\/sites\/836\/2020\/01\/Folie1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.hsu-hh.de\/afb\/wp-content\/uploads\/sites\/836\/2020\/01\/Folie1.jpg 720w\" sizes=\"auto, (max-width: 451px) 100vw, 451px\" \/><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3>Phase 1 &#8211; Pre-Coaching<\/h3>\n<p>Im Rahmen einer ersten \u201eStart-up-Phase\u201c kl\u00e4ren die Teilnehmer mit den Coaches ihren Bedarf, m\u00f6gliche Ziele und die Vorgehensweise ab. Im Rahmen der ersten Erhebung (Feedback t0, t1) werden per Frageb\u00f6gen die Kompetenz-Selbstbilder der Teilnehmer und die Fremdbilder seitens der Vorgesetzten, Gleichgestellten und im Dienst unterstellten Personen erhoben und zu einem gemeinsamen Fremdbild gemittelt. Das eigens f\u00fcr die F\u00fchrungsbegleitung entwickelte Feedbackinstrument \u201eLeadership Navigator\u201c (\u201eLeNa\u201c, revidierte Version) basiert auf faktorenanalytischen Untersuchungen und beschreibt den Klienten auf f\u00fcnf milit\u00e4risch relevanten F\u00fchrungskompetenzen. Auf diesen Kompetenzen sind auf der Basis umfangreicher Pilotstudien die gr\u00f6\u00dften Coachingbedarfe festzustellen<\/p>\n<ul>\n<li>Verantworten und Vertrauen<\/li>\n<li>F\u00fcren und Delegieren<\/li>\n<li>Auftrags- und Teamorientierung<\/li>\n<li>Konfliktf\u00e4higkeit<\/li>\n<li>Transparenz<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Phase 2 &#8211; Coaching<\/h3>\n<p>In der Kernphase werden die Teilnehmer an ihrem Dienstort, <abbr title=\"das hei\u00dft\">d.h.<\/abbr> \u201eon-the-Job\u201c (!) \u00fcber einen Zeitraum von zwei Wochen begleitet. An einem typischen Coachingprozess nehmen in der Regel 8-10 Personen teil, die von 4-5 F\u00fchrungsbegleitern gecoacht werden. Um den oben dargestellten multiperspektivischen Feedbackansatz zu vertiefen, f\u00fchren die F\u00fchrungsbegleiter eine Vielzahl von narrativen Interviews (ca. 50). Neben den Fokuspersonen der FMO selbst werden Personen aus deren Umfeld interviewt, wobei der Kreis \u00fcber die Personen hinausgeht, die bei der Feedbackerhebung einbezogen werden. Die im 360\u00b0-Feedback gewonnenen Bilder werden ausgedeutet und mit den in den Interviews gewonnenen Eindr\u00fccken verdichtet. In einem ausf\u00fchrlichen R\u00fcckmeldegespr\u00e4ch erarbeiten der Coach und der Klient den konkreten Entwicklungsbedarf. Die Ziele des Coachings werden schlie\u00dflich in vertraulichen Vereinbarungen schriftlich festgehalten. Immer wieder geltend gemachte Entwicklungsbedarfe sind Probleme des Team\u00adbuildings, der Kommunikation, der sozialen Wahrnehmung, des Umgangs mit Konflikten oder des Stressmanagements, die mit entsprechenden Coachingangeboten bearbeitet werden. Am Ende der F\u00fchrungsbegleitung werden die Teilnehmer um eine Einsch\u00e4tzung ihrer Zufriedenheit mit der F\u00fchrungsbegleitung und um ein Feedback hinsichtlich der T\u00e4tigkeit der F\u00fchrungsbegleiter gebeten (Zufriedenheitsbefragung \u201aCoaching-Feedback\u2019).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Phase 3 &#8211; Post-Coaching<\/h3>\n<p>Die begleiteten Personen werden \u2013 im Sinne der Nachhaltigkeit \u2013 bei Bedarf \u00fcber einen Zeitraum von ca. einem halben Jahr nach der Kernphase weiter unterst\u00fctzt. Die Unterst\u00fctzung erfolgt per telefonischer Beratung oder in Form von \u201eFollow-up-Modulen\u201c. Um zu pr\u00fcfen, inwieweit das Ziel von Kompetenzfortschritten erreicht wurde, finden nach der FMO zwei weitere Feedbackerhebungen statt, eine nach ca. 3-9 Monaten (Feedback t2) und eine weitere nach ca. 9-15 Monaten (Feedback t3). Aus dem Vergleich der Ergebnisse zu t1 und t2<abbr title=\"beziehungsweise\">bzw.<\/abbr> t3, <abbr title=\"das hei\u00dft\">d.h.<\/abbr> einem m\u00f6glichen Anstieg der Feedbackwerte, lassen sich <abbr title=\"gegebenenfalls\">ggf.<\/abbr> Verbesserungen ablesen. Da es sich bei den einbezogenen Kompetenzen prim\u00e4r um Themen der Interaktion handelt (<abbr title=\"zum Beispiel\">z.B.<\/abbr> \u201eF\u00fchren und Delegieren\u201c, \u201eKonfliktf\u00e4higkeit\u201c), sind f\u00fcr die Einsch\u00e4tzung der Coachingwirkung besonders die Fremdeinsch\u00e4tzungen relevant. Als Adressat f\u00fchrungsbezogenen Handelns ist es vor allem die Gruppe der hierarchisch unterstellten Personen, die im Alltag m\u00f6gliche Ver\u00e4nderungen gut beobachten kann. Daher ist sie in der Fremdeinsch\u00e4tzung zahlenm\u00e4\u00dfig stark vertreten. Die Ver\u00e4nderung der Feedbackwerte \u00fcber die Zeit d\u00fcrfte demnach auch ein gewichtiges Kriterium f\u00fcr die Evaluation von Coachingprozessen gerade im F\u00fchrungsbereich darstellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>S\u00e4mtliche Coachingprozesse im Rahmen der FMO gehen von Angeh\u00f6rigen eines milit\u00e4rischen Verbands, einer Einheit, eines Teams o.\u00e4. auf Anfrage aus. 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