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Aktuelle Forschungsprojekte

Forschungsschwerpunkte:

  • Internationale Beziehungen
  • Regionale Aspekte der Theorien der Internationalen Beziehungen
  • Europäische Integration und Außenbeziehungen, Mittelmeerpolitik
  • Demokratisierungspolitik
  • Sicherheits-und Entwicklungspolitik; Terrorismus

Annette Jünemann

Forschungsprojekt: Rethinking the Mediterranean

The overarching aim of the project is to overcome the traditional role models that dominate the interregional discourse in northern as much as in southern Mediterranean countries. We can learn a lot about political realities if we analyze the logic of action of relevant political actors within their social environment. The analytical focus is on patterns of interaction between governmental institutions, economic entrepreneurs, religious groups and other diverse groupings. Their complex - individual and/or collective - logic of action, determined by a multitude of interrelated parameters like political and economic interests, norms and values, is in the center of the research. This may also include academic discourses such as ‘democratic peace’, ‘securitization’ or ‘neo-colonialism’. Since interaction does not happen outside time and space, social and political contexts on a global, regional and local level have to be considered as well as institutional and legal frameworks of interaction and the specific rationale of organisations. This diversified analytical approach transcends the established perception of interregional relations as mainly intergovernmental and as predominantly driven by particular interests of national and/ or regional powers. Popular notions like ‘dominance’ or ‘partnership’ might change their meaning if interests and strategies of actors that are neither ‘north’ nor ‘south’ are taken into account. This does not mean that notions of power, dominance or exploitation will become irrelevant. However, we believe that interregional relations are much more complex and truly interdependent than the prevalent discourse with its focus on ‘south’ versus ‘north’. Our Team is organizing three interrelated Panels at the  World Congress for Middle Eastern Studies July 2010 in Barcelona.

Recent Publications:

Jünemann, Annette; Maggi, Eva-Maria: The End of External Democracy Promotion? The Logics of Action in Building the Union for the Mediterranean, in: L’Europe en formation, Nr. 356, 2010, S. 9-24.

Der Nahe Osten im Umbruch

Die Region des Nahen Ostens wird häufig mit gewaltsam ausgetragenen zwischen- und innerstaatlichen Konflikten, Terrorismus, mangelnder Demokratie und verpassten sozio-ökonomischen Entwicklungschancen in Verbindung gebracht. Ein gemeinsames Forschungsprojektes mit PD Dr. Martin Beck (GIGA), Prof. Dr. Cilja Harders (FU-Berlin) und Prof. Dr. Stephan Stetter (UniBw München) geht diesen Zusammenhängen nach. Ausgangspunkt des Projektes ist dabei die Annahme, dass die Reformresistenz im Nahen Osten nicht auf kulturell-zivilisatorische Alleinstellungsmerkmale der Region zurückzuführen ist, wie unter dem Stichwort „Middle Eastern Exceptionalism“ angenommen wird. Vielmehr müssen für eine substantielle Erklärung dieser Resistenz allgemeine politikwissenschaftliche Erklärungsansätze mitberücksichtigt werden. Damit stellte sich das Projekt die Aufgabe, für die traditionell deskriptive Regionalforschung zum Nahen Osten neue theoretische Anschlussmöglichkeiten an IB-Theorien und die Transitionsforschung zu finden. Erste Ergebnisse des seit zwei Jahren laufenden Projektes, welches internationale Workshops und Konferenzen umfasst, wurden im Sammelband „Der Nahe Osten im Umbruch: Zwischen Transformation und Autoritarismus“ zusammengefasst. Dieser  Sammelband eröffnet zugleich eine neue, ebenfalls von den Autoren herausgegebene Reihe "Politik des Nahen Ostens" (VS-Verlag). Geplant sind Sammelbände und Monografien einschließlich hervorragender Qualifikationsarbeiten.

Die externe Demokratieförderung der Europäischen Union

Im Rahmen ihres außenpolitischen Regierens exportiert die EU ihr Modell legitimen demokratischen Regierens in Drittstaaten und agiert dort als externer Demokratisierer. Theoretisch wird in der Integrationsforschung mit Hilfe einer "Innen-Außen-Analogie" davonausgegangen, dass die EU eine Wertegemeinschaft sei und diese Werte auch in ihrem externen Regieren nach außen vertritt. Im Zentrum dieser Identifikation der EU als Wertegemeinschaft stehen die nicht immer ganz klar gegeneinander abgegrenzten Begriffe der Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und des guten Regierens.  Diese Begriffe sind in den letzten Jahren zur Referenzgröße sowohl des internen als auch des externen Regierens der EU geworden. Insofern wird mittlerweile im Bereich des externen Regierens von einem democracy-mainstreaming gesprochen, womit darauf verwiesen wird, dass die EU in ihren multi- und bilateralen Außenbeziehungen ihre Werte immer einfordert. Dabei steht ihr ein umfangreiches Instrumentarium zur Verfügung.Die spannende Frage lautet hier: Warum sind über den Befund des democracy-mainstreaminghinaus starke Unterschiede in der Instrumentenwahl, d.h. sowohl in der Art des Verweises auf diese zentralen Werte in den bi- und multilateralen Verträgen der EU mit Drittstaaten als auch vor allem in der Implementation dieser Werte, zu verzeichnen? Warum entscheidet sich die EU in einigen Fallen für eine Anwendung eher negativer Instrumente, wie etwa harten Konditionalitätskriterien, Isolation, diplomatische Nichtanerkennung, Zusammenarbeit mit oppositionellen Gruppen etc. während sie in anderen Fällen lediglich die Durchsetzung demokratischer Standards anmahnt, konkrete Sanktionen jedoch nicht festlegt und lediglich einen politischen Dialog pflegt? Diesen Fragen wird in dem Forschungsprojekt nachgegangen. Darüber hinaus wird der Blick in einem zweiten Schritt auf die Regime selbst und die Wirkung die die EU-Demokratieförderung unter verschiedenen Bedingungen erzielt gerichtet.

Florian Kühn

Sicherheit und Entwicklung in Afghanistan

Dr. Florian Kühn, wissenschaftlicher Mitarbeiter, an der Professur, untersucht die einander scheinbar bedingenden Konzepte von Sicherheit und Entwicklung. Am Beispiel der Intervention und den Staatsaufbaubemühungen in Afghanistan zeigt sich, wie externe Finanzierung Rentiersstrukturen fördert und die Legitimität des Regierungshandelns untergräbt. Eine Fokussierung auf die funktionalen Aspekte von Staatlichkeit, so eine erste, durch empirische Ergebnisse erhärtete These, vernachlässigt die Zustimmung der Bevölkerung, die durch Korruption, Missmanagement im Staatsaufbau und zivile Opfer militärischer Einsätze verspielt wird. Ziel des Projekts ist, ein theoretisches Modell zur Anknüpfung von Sicherheitspolitik- und Entwicklungstheorien zu entwickeln.

Stand dieser Seite: 02.09.2010 - 16:14:18 (Delf Rothe) | Impressum | Druckdatum: 11.09.2010 - 00:51:23

Letzte Aktualisierung (Professur für Politikwissenschaft, insbesondere Internationale Politik): 02.09.2010 - 17:18:51 | WebBox 1.4.1.20061031 | rzcluster2-6 |