Die Region des Nahen Ostens wird häufig mit gewaltsam ausgetragenen zwischen- und innerstaatlichen Konflikten, Terrorismus, mangelnder Demokratie und verpassten sozio-ökonomischen Entwicklungschancen in Verbindung gebracht. Ein gemeinsames Forschungsprojektes mit PD Dr. Martin Beck (GIGA), Prof. Dr. Cilja Harders (FU-Berlin) und Prof. Dr. Stephan Stetter (UniBw München) geht diesen Zusammenhängen nach. Ausgangspunkt des Projektes ist dabei die Annahme, dass die Reformresistenz im Nahen Osten nicht auf kulturell-zivilisatorische Alleinstellungsmerkmale der Region zurückzuführen ist, wie unter dem Stichwort „Middle Eastern Exceptionalism“ angenommen wird. Vielmehr müssen für eine substantielle Erklärung dieser Resistenz allgemeine politikwissenschaftliche Erklärungsansätze mitberücksichtigt werden. Damit stellte sich das Projekt die Aufgabe, für die traditionell deskriptive Regionalforschung zum Nahen Osten neue theoretische Anschlussmöglichkeiten an IB-Theorien und die Transitionsforschung zu finden. Erste Ergebnisse des seit zwei Jahren laufenden Projektes, welches internationale Workshops und Konferenzen umfasst, wurden im Sammelband „Der Nahe Osten im Umbruch: Zwischen Transformation und Autoritarismus“ zusammengefasst. Dieser Sammelband eröffnet zugleich eine neue, ebenfalls von den Autoren herausgegebene Reihe "Politik des Nahen Ostens" (VS-Verlag). Geplant sind Sammelbände und Monografien einschließlich hervorragender Qualifikationsarbeiten.
Stand dieser Seite: 16.11.2010 - 17:48:34 (Delf Rothe) | Impressum | Druckdatum: 23.02.2012 - 08:55:56
Letzte Aktualisierung (Professur für Politikwissenschaft, insbesondere Internationale Politik): 11.01.2012 - 15:47:41 | WebBox 1.4.1.20061031 | rzcluster2-6 |