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27/2016: Südasien-Expertin Sandra Destradi wird erste GIGA-Kooperations-Professorin der HSU

Die Helmut-Schmidt-Universität und das German Institute of Global and Area Studies (GIGA) in Hamburg beschlossen 2014 eine Kooperation in Forschung und Lehre. Dazu wurde nun Dr. Sandra Destradi auf eine gemeinsame Professur berufen.

Die ausgewiesene Südasien-Expertin des GIGA übernimmt die Professur für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Internationale Beziehungen und Regional Governance an der HSU. „Das ist eine perfekte Konstellation, um unsere Forschungsinhalte zu verzahnen, neue Formate zu entwickeln und beide Institutionen zu stärken“, sagt die 35-Jährige.

Mediation kann Friedensprozesse gefährden
Und um mit Forschungsergebnissen zu überraschen, wie in einem ihrer letzten GIGA-Projekte zur Mediation. „Eine Zeitlang herrschte die Überzeugung, dass Mediation im Friedensprozess, wenn nicht gerade zielführend, so doch unschädlich wäre.“ Sandra Destradi und Team aber fanden am Beispiel der Konfliktparteien in Sri Lanka heraus, „dass sie durchaus zu neuen Dynamiken bis hin zur Eskalation des Konfliktes führen kann“ und nur mit Bedacht gewählt werden sollte.
Die 35-Jährige, die derzeit am GIGA als Sprecherin des Forschungsteams „Interventionen und Sicherheit“ fungiert, beschäftigt sich vor allem mit den Auswirkungen des Aufstiegs aufstrebender Mächte auf die internationale Politik, den daraus resultierenden, globalen Machtverschiebungen und regionalen Dynamiken sowie dem Krisenmanagement.

Zögern in der Politik
Eine für sie reizvolle Forschungsfrage befasst sich mit dem „Zögern in der Politik. Ich würde mir gern anschauen, inwieweit Deutschland und Indien, die beide international, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen, als ähnlich zögerlich gelten, wirklich zögerlich sind, und wie oder wann sich diese Haltung ändert“.
Indien ist, neben Deutschland, eines der Kernländer ihrer Analysen. Dabei wurde die Professorin im italienischen Triest geboren, wo sie nach dem Abitur Internationale und Diplomatische Wissenschaften studierte. Der diplomatische Dienst reizt sie kaum, „für mich war die Aussicht auf eine freie Forschungstätigkeit interessanter.“ Geografisch zieht es sie nach Asien. „Als Jugendliche konnte ich mir eine Zeitlang vorstellen, in Japan zu leben.“ Daraus wird Indien.

In Indien eng vernetzt
Weil ein Teil ihrer Familie aus dem niedersächsischen Stade stammt, wuchs Sandra Destradi zweisprachig auf. Sie wechselte nach dem Studium zu einem Praktikum ans GIGA in Hamburg, wo sie später promoviert wurde. Sie spricht fließend Italienisch, Deutsch und Englisch, ist sicher in Französisch und Spanisch, „und mein Hindi reicht, um indische Bus- und Zugfahrpläne zu studieren“, lacht sie. Für das GIGA baute sie im Anschluss an ihre Dissertation zum Thema „Regionalmächte und ihre Strategien – Imperium, Hegemonie und Leadership: Indiens Beziehungen zu Sri Lanka, Nepal und Bangladesch“ eine Partnerschaft zum Institute of Defence Studies and Analyses (IDSA) in Neu Delhi auf. „Ich bin mit Wissenschaftlern in ganz Indien vernetzt.“

Anfang 2017 wird Sandra Destradi am GIGA die Leitung des Forschungsschwerpunktes „Macht und Ideen“ übernehmen. Parallel baut sie ihre Lehre und Forschung an der HSU aus. „Ich freue mich über diese tolle Chance, an der Universität neben der Forschung auch lehren zu können, und die Forschung am GIGA voranzutreiben. Wir werden viele Synergien entwickeln.“

Über das GIGA
Das GIGA German Institute of Global and Area Studies ist ein unabhängiges, sozialwissenschaftliches Forschungsinstitut mit Sitz in Hamburg. Es forscht zu politischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Afrika, Asien, Lateinamerika und Nahost sowie zu globalen Fragen. Als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft folgt das Institut dem Leibniz-Grundsatz "Theoria cum Praxi": Wissenschaft zum Wohl und Nutzen des Menschen. www.giga-hamburg.de Externer Link: www.giga-hamburg.de (http://www.giga-hamburg.de) Link wird in einem neuen Fenster geöffnet

Ansprechpartner
Pressestelle, Dietmar Strey, Tel. 040 6541-2774, E-Mail: pressestelle@hsu-hh.de

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Bereich Pressestelle | 15.12.2016 10:27

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